Spielerischer Zugang zur Rettung von Kulturgütern

Mobile-App vermittelt allgemein verständlich Forschungsergebnisse des Projekts „ProteCHt2save“, an dem die Donau-Universität Krems beteiligt war

10.12.2020

Das Spiel CHRT: Vltava Rising“ (Cultural Heritage Rescue Team) lässt Interessierte ein Rettungsteam leiten um Kulturgüter vor einem Moldau-Hochwasser zu schützen. Dabei wird die Bedeutung von Rettungs­plänen und die konkrete Vorgangsweise im Krisenfall unterhaltsam vermittelt. Die Informationen basieren auf dem EU-Interreg-Forschungs­projekt „ProteCHt2save“, an dem die Donau-Universität Krems mitwirkte, und das nun im Nachfolgeprojekt „STRENCH“ seine Fortsetzung findet.

Die Moldau-Pegel steigen stündlich, kritische Marken werden erreicht, die VerantwortungsträgerInnen müssen rasch handeln um unmittelbar drohende Schäden abzuwenden: Nur drei Tage vor einem verheerenden Hochwasser in Prag übergibt die APP „CHRT: Vltava Rising“ dem Spieler bzw. der Spielerin die Leitung in diesem Krisenszenario. Der Fokus des Spiels liegt nicht auf der Aufrechterhaltung des Alltags einer Großstadt oder dem Schutz der lebenswichtigen Infrastruktur, sondern auf der Bewahrung des unwiederbringlichen kulturellen Erbes. Dabei wird lose Bezug auf jene Erfahrungen genommen, die bei der Sicherung von Kunstgegenständen im Prager Schloss Troja im Zuge des Hochwassers 2002 gemacht wurden.

SpielerInnen erfahren, wie eine Einsatzzentrale, ein Emergency Operations Center, funktioniert, welche Organisationen und Behörden hier zusammenarbeiten und wie konkret das Verfahren zur Rettung von Kulturerbe ausgestaltet ist. Mit dem Vorliegen der nötigen Genehmigungen macht sich das Team an den Einsatz im fiktiven Schloss Béla, wo typische Aufgaben, die für die ordnungsgemäße Sicherung und Evakuierung von entscheidender Bedeutung sind, erledigt werden.

Forschung erlebbar gemacht

Für die faktisch-wissenschaftliche Fundierung des Spiels „CHRT: Vltava Rising“ wurden die Ergebnisse des drei Jahre dauernden Forschungsprojekts „ProteCHt2save“ ausgewertet und als spielbare Erzählung aufbereitet. Mit dem Wissen, das den SpielerInnen hier vermittelt wird, erfahren sie im Spielgeschehen, wie das kulturelle Erbe in der eigenen Stadt, der Region und dem Land schon präventiv geschützt werden kann. Durch die Zusammenarbeit aller Partnerinstitutionen dieses EU Interreg Central Europe-Projekts werden im Spiel tatsächlich existierende Kulturerbeobjekte der Regionen dargestellt. Die Artefakte werden dabei in virtuellen Ausstellungen vorgestellt und geben Einblick in das reichhaltige kulturelle Erbe Mitteleuropas. Aus Österreich werden Kunstwerke Kremser Kunstschaffender (aus den Beständen des Belvedere Museums in Wien) sowie historische Dokumente aus dem Stift Melk präsentiert. Auch am Nachfolgeprojekt von „ProteCHt2save“, dem derzeit laufenden Projekt „STRENgthening Resilience of Cultural Heritage at risk in a changing environment through proactive transnational cooperation“ (STRENCH), ist die Donau-Universität Krems beteiligt.

Professionelle Umsetzung

Entwickelt wurde das Lernspiel von Kimberly Himmer, Präsidentin und leitende Spielentwicklerin von Articulated Python. Das Unternehmen konzentriert sich auf die Serious Games für die Erwachsenenbildung. Mit dem Thema kulturelles Erbe ist Himmer durch langjährige Arbeit mit ExpertInnen auf diesem Gebiet sowie durch die Arbeit an einem Trainingsspiel zum Schutz von Kulturgütern – Cultural Recon – vertraut.

„CHRT: Vltava Rising“ wird kostenlos für iOS und Android über den App Store und Google Play zur Verfügung gestellt.

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