Zuckersteuer im Kampf gegen Übergewicht

Die Donau-Universität Krems beteiligt sich an einem Cochrane Review, welcher die Wirksamkeit einer Zuckersteuer auf das Konsumverhalten untersucht

09.04.2020

Im Kampf gegen das Übergewicht sollen in Zukunft auch politische Maßnahmen für die Gesundheit der Bevölkerung getroffen werden. Daher untersuchten WissenschaftlerInnen, wie sich eine Zuckersteuer auswirkt. Die Ergebnisse zeigten, dass in Ungarn Lebensmittel mit zugesetztem Zucker aufgrund dieser Steuer um rund vier Prozent weniger gekauft wurden. Weitere Untersuchungen in diesem Bereich sind allerdings dringend notwendig.

Die weltweite Zunahme von Übergewicht und Adipositas stellt eine bedeutsame globale Herausforderung dar. Eine zuckerreiche Ernährung, insbesondere in Verbindung mit zu langem Sitzen und fehlender Bewegung, kann Übergewicht und Adipositas sowie andere gesundheitliche Folgeschäden verursachen. Um diesem Problem entgegenzuwirken, kann die Besteuerung von ungesunden Lebensmitteln als gesundheitsfördernde politische Maßnahme in Betracht gezogen werden.

Daher untersuchte ein internationales ForscherInnenteam rund um Dr. Manuela Pfinder der AOK Baden-Württemberg und des Universitätsklinikums Heidelberg in Kooperation mit WissenschaftlerInnen des Departments für Evidenzbasierte Medizin und Evaluation, unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Gerald Gartlehner, MPH, sowie der Universität Bremen, dem Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS und der Universitäten Glasgow, Otago und Edinburgh die Auswirkungen von Steuern auf Zucker oder Lebensmittel mit zugesetztem Zucker auf den Konsum dieser Produkte und die Prävention von Adipositas.

Kaufverhalten beeinflussen

Nach umfangreicher systematischer Sichtung der Literatur erwies sich nur eine Studie zum Thema Wirksamkeit der Besteuerung von Lebensmitteln mit zugesetztem Zucker als relevant. Diese Studie zeigte, dass sich in Ungarn die Steuer auf Lebensmittel mit zugesetztem Zucker auf den Konsum auswirkt. Insgesamt reduzierte sich der Kauf von besteuerten Lebensmitteln mit zugesetztem Zucker um rund vier Prozent.

„Diese Studie weist darauf hin, dass politische Maßnahmen wie eine Zuckersteuer einen positiven Effekt auf das Ernährungsverhalten der Bevölkerung haben können. Allerdings sind die Ergebnisse mit Vorsicht zu betrachten, da sie nur aus einer Studie stammen und eine geringe Beweiskraft aufweisen. Wir brauchen weitere solide durchgeführte Studien, um konkrete Schlussfolgerungen über die Wirksamkeit von Zuckersteuern für die Prävention von Übergewicht und Adipositas zu ziehen“, so Mag. Ursula Griebler, PhD MPH, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Department für Evidenzbasierte Medizin und Evaluation.

Weitere Studien folgen

„Diese Studie ist die erste in einer Reihe von drei Cochrane Reviews zum Thema gesundheitliche Effekte von Steuern auf Nahrungsmittel und Getränke. Die nächsten zwei Cochrane Reviews analysieren die Auswirkungen von der Besteuerung zuckerhaltiger Getränke und des Fettgehalts in Lebensmitteln“, sagt Dr. Stefan K. Lhachimi von der Universität Bremen und Letztautor des Reviews.

Die Studie wurde finanziert von dem UK Medical Research Council, dem Scottish Government Chief Scientist Office und dem Cochrane Review Support Programme 2019. Die Studie ist kostenfrei zugänglich unter cochranelibrary.com.

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