Mit einer Tagung am 6. März 2026 begeht die Universität für Weiterbildung Krems das 20-jährige Bestehen ihres Psychotherapiestudiums. Unter dem Titel „20 Jahre Psychotherapie an der Universität für Weiterbildung Krems – ein (außer)ordentliches Studium“ werden die Entwicklung der vergangenen zwei Jahrzehnte reflektiert und zugleich zentrale Zukunftsperspektiven vorgestellt.
Im Zentrum steht dabei die Präsentation des neuen ordentlichen Masterstudiums „Psychotherapie“, das ab dem Wintersemester 2026/2027 angeboten wird. Mit 80 kostenfreien Studienplätzen zählt der Standort zu den größten im bundesweiten Vergleich und übernimmt damit eine maßgebliche Rolle im neuen gesetzlichen Ausbildungsmodell.
Erfahrung trifft neues Ausbildungsmodell
Seit mehr als 20 Jahren werden an der Universität für Weiterbildung Krems psychotherapeutische Studienangebote auf akademischem Niveau entwickelt, umgesetzt und wissenschaftlich begleitet. Diese gewachsene Expertise bildet die Grundlage für das neue Masterstudium gemäß Psychotherapiegesetz 2024.
Das Studium ist als Präsenzstudium konzipiert und verbindet wissenschaftliche Fundierung mit praxisorientierten Lehr- und Lernformen. Eine enge Verschränkung von Theorie und praktischer Erfahrung ist zentraler Bestandteil des Curriculums; praktische Kompetenzen werden unter anderem in der Universitätsambulanz erworben.
Ein besonderes Merkmal des Standorts ist die Möglichkeit einer durchgängigen Ausbildung bis in die dritte Phase der Therapieausbildung. Als einzige öffentliche Universität in Österreich verfügt Krems über drei eigene, in die universitäre Struktur eingebundene Fachgesellschaften, die die dritte Phase verantworten, und ist damit befugt, die gesamte Ausbildung einschließlich dieser abschließenden Phase anzubieten. Im Unterschied zu anderen Universitäten, die die dritte Phase nicht oder nur in Kooperation mit externen Vereinen durchführen können, ist Studium und Ausbildung in Krems als aufeinander aufbauendes Gesamtkonzept gestaltet. Es sieht ein erstes Jahr in Präsenz sowie ein zweites Jahr in Blockform für Praktika und Masterarbeit vor.
Fachliche Schwerpunkte und innovative Lehrformate
Inhaltlich umfasst das Masterstudium die beiden psychotherapeutischen Cluster Humanistische Therapie und Verhaltenstherapie mit den Fachrichtungen Integrative Therapie, Existenzanalyse und Logotherapie sowie Verhaltenstherapie. Ebenso wird eine Vertiefung des tiefenpsychologischen Clusters angeboten.
Innovative Lehrformate ergänzen das Studienangebot. Dazu zählt die Möglichkeit, therapeutisches Klettern an der universitätseigenen Boulderwand zu erlernen, das auch im Rahmen der Tagung in einer Praxisdemonstration vorgestellt wird. Lehr- und Lernort ist die 2024 eröffnete Erweiterung des Campus Krems mit modern ausgestatteten Räumlichkeiten.
Dialog zu neuen Perspektiven
Die Tagung am 6. März richtet sich an Studieninteressierte, Studierende, Alumni, Lehrtherapeut_innen sowie Vertreter_innen aus Praxis und Forschung. Auf dem Programm stehen unter anderem Beiträge zu aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen und zur akademischen Ausbildung in Österreich. Maria Sagl vom Gesundheitsministerium erläutert die Auswirkungen des neuen Ausbildungsmodells auf Studium und klinische Praxis. Dr.in Rita Neyer vom Wissenschaftsministerium beleuchtet die Rolle der Universitäten zwischen Wissenschaft, Professionalisierung und Praxisrelevanz.
Ergänzt werden die Fachvorträge durch Workshops, Studieninformationen und Möglichkeiten zur Campusführung. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos, bei Anmeldung können Fortbildungseinheiten angerechnet werden.
Univ.-Prof. Dr. Katharina Luttenberger
Stv. Departmentleitung - Department für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
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