06.03.2026

In der Onkologie decken Ergebnisse kontrollierter klinischer Studien häufig die tägliche Versorgungspraxis nicht vollständig ab. Eine aktuelle Publikation im Peer-Review-Journal Cancer Medicine analysiert diese Differenz bei der Behandlung von relapsiertem oder rezidiviertem Lymphdrüsenkrebs (r/r DLBCL) in Niederösterreich. Die Arbeit ist unmittelbar aus dem Masterstudium „Healthcare Management“ der Universität für Weiterbildung Krems hervorgegangen.

Die retrospektive Analyse vergleicht herkömmliche Behandlungsformen mit modernen Immuntherapien – darunter CAR-T-Zell-Therapien und bi-spezifische Antikörper – im Zeitraum von 2018 bis 2022. Die Daten zeigen im Versorgungsalltag einen deutlichen Überlebensvorteil: Während unter konventionellen Therapien ein medianes Gesamtüberleben von fünf Monaten beobachtet wurde, lag es bei Patient_innen mit moderner Immuntherapie bei 20 Monaten.

Methodische Erkenntnisse für den Versorgungsalltag

Mit dem Überlebensvorteil gehen jedoch deutlich höhere Kosten einher: Pro zusätzlichem Überlebensmonat wurden durchschnittlich EUR 10.889 veranschlagt. Die Ergebnisse verdeutlichen damit die gesundheitsökonomische Herausforderung, medizinischen Fortschritt nachhaltig in bestehende Versorgungssysteme zu integrieren.

Über die klinischen Resultate hinaus leistet die Studie auch einen methodischen Beitrag: Sie zeigt, dass für die Bewertung neuer Therapien nicht ausschließlich kalenderbasierte Zeiträume, sondern die tatsächliche Therapieexposition der Patient_innen entscheidend ist – ein Ansatz, der sich auch auf andere Krankheitsbilder übertragen lässt.

„Die internationale Publikation unterstreicht die wissenschaftliche Qualität, die unsere Studierenden in ihren Masterarbeiten erreichen“, betont Univ.-Prof.in Dr.in Doris Behrens vom Department für Wirtschaft und Gesundheit. Die Arbeit zeige, dass das Studium Mediziner_innen dazu befähigt, komplexe klinische Fragestellungen mit gesundheitsökonomischer Tiefe wissenschaftlich zu analysieren.

Die Studie entstand an der Universität für Weiterbildung Krems in Kooperation mit der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften sowie der Niederösterreichischen Landesgesundheitsagentur (LGA).

Zum Anfang der Seite