Erfolgreiche Kooperation von Schülern der HTL Krems mit Forschern der Donau-Universität Krems

Schülerteams entwickelten Applikation zu Konzepten aus Harvard und vom MIT – "Innovation ist ein Prozent Inspiration, 99 Prozent Transpiration"

02.05.2017

Drei Schülerteams der Höheren Technischen Bundeslehranstalt Krems entwickelten während des Schuljahres 2016/17, angeleitet durch Forscher des Departments für Wissens- und Kommunikationsmanagement der Donau-Universität Krems, komplexe technische Applikationen. Die Tools – ein sozialpsychologisches Testverfahren am Mobiltelefon, eine Applikation zur effizienten Vernetzung von WissenschafterInnen sowie eine Anwendung zur Echtzeitbefragung inklusive Visualisierung – wurden nun von den Schülern an der Donau-Universität Krems präsentiert.

Dabei bauten die Schüler der Abteilung Informationstechnologie teilweise auf Konzepten aus Harvard und dem MIT auf. So wurde im Projekt W-IAT der in Harvard entwickelte implizite Assoziationstest (IAT), ein sozialpsychologisches Testverfahren, mit Unterstützung der Forscher an der Donau-Universität Krems so weiterentwickelt, dass er auf Mobilgeräten durchgeführt werden kann.

Im Rahmen des Projektes Co-Mind entwickelte ein Schülerteam – auf der Grundlage einer am MIT durchgeführten Forschung zum Thema Collective Mind – eine Webapplikation, über die beispielsweise während einer Konferenz oder eines Meetings die Präferenzen der TeilnehmerInnen abgefragt werden können. Die Ergebnisse werden anschließend visualisiert. "Dadurch kann man rasch herausfinden, bei welchen Themen sich Gruppen bereits einig sind, und bei welchen nicht, um diese dann konkret zu besprechen", beschrieb Dr. Lukas Zenk vom Department für Wissens- und Kommunikationsmanagement. Die Erkenntnisse aus diesem Projekt fließen auch in das von ihm geleitete Forschungsprojekt Co-Mind an der Donau-Universität Krems ein.


Vernetzung von WissenschafterInnen

Das dritte Projekt, das Ing. Bernhard Geissler, BSc BSc MSc MSc leitete, zielt auf eine effiziente Vernetzung von WissenschafterInnen ab: Da diese häufig ihre Arbeitsstelle wechseln, ist die Wartung eines Kontaktnetzwerkes mit großem Aufwand verbunden. Das Tool VisTrack ermöglicht die automatische Aktualisierung von Kontakten und visualisiert das Netzwerk nach Ort sowie Themengebieten. "So kann man den entsprechenden KollegInnen ohne großen Aufwand einen gerade publizierten Artikel zukommen lassen und wird von der Community besser wahrgenommen", erklärte Departmentleiter Univ.-Prof. Dr. Gerald Steiner.

Im Zuge der Präsentation an der Donau-Universität Krems lobte Vizerektorin Univ.-Prof. Dr. Monika Kil die gelungene Kooperation: "Uns an der Donau-Universität Krems geht es darum, gute Forschungsleistung zu erbringen und damit die Praxis voranzubringen – und das haben diese generationsübergreifenden Projekte beispielhaft gezeigt", so Kil: "Weiter so, ich freue mich auf neue Projekte." Auch Gerald Steiner betonte, dass "die Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern übertroffen wurden".

Vonseiten der HTL Krems zeigte man sich mit der Kooperation ebenfalls sehr zufrieden. Der Betreuer DI Reinhardt Wenzina, Lehrer an der HTL Krems, berichtete einen großen Erfahrungszuwachs der Schüler. Neben den technischen Herausforderungen hätten sie auch "ein Verständnis der unterschiedlichen Arbeitsweisen an Schule und Universität" entwickelt: "Beispielsweise sind sie plötzlich mit wissenschaftlichen Papers in Berührung gekommen – und diese sind gar nicht so einfach zu verstehen, wenn man ein Lehrbuch gewohnt ist", so Wenzina.


Innovation: "Ein Prozent Inspiration, 99 Prozent Transpiration"

Lerneffekte ergaben sich aber auch durch die Tücken und Untiefen der Technik, beispielsweise im Projekt VisTrack: So bauten die Schüler ihre Lösung zunächst auf der Datenbank LinkedIn, dann auf Xing auf, die dann jedoch überraschend beide die erforderlichen Daten nicht mehr zur Verfügung stellten – wodurch die Schüler gezwungen waren, auf das Netzwerk ORCID umzusatteln. "Für die Schüler war das auch gleich ein schönes Beispiel dafür, wie Innovation entsteht: Ein Prozent ist Inspiration und 99 Prozent Transpiration", beschreibt Lukas Zenk, einer der Projektbetreuer von der Donau-Universität.

Für das nächste Jahr sind bereits weitere Kooperationen mit dem Department für Wissens- und Kommunikationsmanagement sowie dem Department für Rechtswissenschaften und Internationale Beziehungen geplant.


Durchgeführte Projekte
W-IAT - Webbasierter impliziter Assoziationstest (Michael Auer, Matthias Koll)
VisTrack - Visualisierung und Tracking von wissenschaftlichen Kontaktnetzwerken (Marcel Braun, Alexander Vit)
Co-Mind - Webapplikation zur Analyse von themenspezifischen Präferenzen von Personen (Mathias Teier, Michael Polsterer)


Projektbetreuer an der Donau-Universität Krems
Ing. Bernhard Geissler, BSc BSc MSc MSc
Mag. Günther Schreder
Dr. Lukas Zenk


Projektbetreuer an der Höheren Technischen Bundeslehranstalt Krems
DI Reinhardt Wenzina

Zum Anfang der Seite

 

Zum Glossar

Diese Website verwendet Cookies zur Verbesserung Ihrer Nutzererfahrung, für analytische Zwecke zur Optimierung unserer Systeme und für Marketingmaßnahmen. Indem Sie auf „OK" klicken bzw. die Website weiter verwenden, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Information zum Datenschutz.

OK