Beschreibung

Das Projekt ImDaLi erforscht und entwickelt digitale Tools für Bilddatenbanken mit dem Ziel, sowohl die Anwendungserfahrung der User:innen bei der Nutzung von Archivplattformen zu verbessern als auch unterschiedliche Ansätze zur digitalen Bildanalyse zu erproben. Der Schwerpunkt liegt dabei auf adäquaten Methoden zur Erfassung, Aufbereitung und Analyse von Werken im Bereich der Medienkunst, welcher aufgrund seiner prozessorientierten, methodischen und disziplinären Vielfalt eine besondere Stellung in der Kunstforschung einnimmt. Durch die laufenden technologischen Entwicklungen, welche rapide Eingang in die Produktion von Medienkunst finden, sowie die stetige Transgression der Grenzen zwischen verschiedensten Wissensfeldern sind bisher entwickelte digitale Tools für „traditionelle“ Kunstwerke nicht immer optimal geeignet. Um dem breiten Spektrum und der Schnelllebigkeit medienkünstlerischer Produktion im Kontext der Archivierung und wissenschaftlichen Auswertung gerecht zu werden, bedarf es nicht nur einer Evaluierung, sondern auch einer Adaptierung bestehender Anwendungen und Methoden. Die Ausarbeitung innovativer Navigations- und Analysetools sowie die detaillierte Dokumentation der Workflows soll eine engere Vernetzung zwischen verschiedenen Online-Plattformen unterstützen und neue Formen der Extraktion von Wissen aus Datenbeständen ermöglichen. • Als Testumgebung für die Anwendungen dienen die Graphic Art Collection Göttweig Abbey (GSSG) und das Archive of Digital Art (ADA). ADA ist eine Pionier Community-Plattform zur Dokumentation von Medienkunst, die etwa 5000 Künstler evaluierte und inzwischen mehr als 600 Teilnehmer:innen und über 50000 Einträge digitaler Objekte versammelt. ADA verfügt über eine Social and Semantic Web platform und digitale Anwendungen, aus über 20 Jahren Community Science und Open Research. • Zur Umsetzung der Ziele wird konkret auf zwei Ebenen angesetzt. Zum einen wird das kontrollierte Vokabular des Thesaurus mit epistemologischen Konzepten anderer Kunstsammlungen abgeglichen und mittels Semantic-Web-Technologie verbunden. Die Vernetzung und Verfeinerung des Vokabulars ist eine Grundvoraussetzung, um die Zugänglichkeit, Auffindbarkeit und Verwendung der Inhalte von Bilddatenbanken zu verbessern. • Zum anderen wird das in einer 1.0 Version bestehende Lightbox-Tool weiterentwickelt. Als Ausgangspunkt diente Aby Warburgs Ansatz der komparativen Ikonografie, der die Analyse von semantischen und visuellen Verbindungen zwischen Kunstwerken ins Zentrum rückte. Mit der Lightbox wird diese Methode in den digitalen Raum überführt, im weiteren Verlauf des Projekts wird das Tool unter Berücksichtigung der technischen Möglichkeiten sukzessive weiter an die Anforderungen der Analyse zeitgenössischer Medienkunst entwickelt. Ein weiterer wichtiger Aspekt von ImDaLi, der beide Ebenen betrifft, ist die Anwendung unterschiedlicher Strategien zur Datenvisualisierung. In digitalen Archiven sind graphische Visualisierungsmethoden unerlässlich, um komplexe Strukturen für die Benutzer:innen verständlich aufzubereiten. Im Projekt werden mit Hilfe von Visualisierungsstrategien zudem kreative Wege zur Sortierung und Kombination von Datensätzen erforscht, die sich für die Analyse von Medienkunst fruchtbar erweisen könnten. • Online-Ausstellungen und weitere Einbindungsstrategien: Steigerung und Erforschung der Usability durch quantitative und qualitative Forschungsmethoden. - Entwicklung einer API für einen wissenschaftlichen Datenaustausch mit (kunsthistorischen) Repositorien und Digital Cultural Heritage Projekten, z.B. Europeana.

Details

Projektzeitraum 01.12.2021 - 30.11.2023
Fördergeber Bundesländer (inkl. deren Stiftungen und Einrichtungen)
Förderprogramm
FTI Programm Niederösterreich
Department

Department für Kunst- und Kulturwissenschaften

Zentrum für Bildwissenschaften

Projekt­verantwortung (Universität für Weiterbildung Krems) Univ.-Prof. Dr.habil. Oliver Grau, M.A.
Projekt­mitarbeit Mag. Laura Ettel Isabella Iskra Alexander Wöran, MA BSc BA
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