Beschreibung
REFAIR zielt darauf ab, neue Paradigmen für das Verständnis und die Bewältigung der Phänomene der nicht oder nur teilweise gemeldeten Arbeit zu entwickeln. Über die gängigen Vorstellungen von informeller Arbeit als Nichtzahlung von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen hinaus wird das Projekt eine multisystemische vergleichende institutionelle Analyse durchführen, die untersucht, wie Formen von nicht (oder unter-)deklarierter Arbeit in unterschiedlichen europäischen Ländern konstruiert, rationalisiert, operationalisiert und adressiert werden. Auf der Grundlage neuer Indikatoren für „Fairness“ als mehrdimensionales Konzept erweitert REFAIR das Verständnis von nicht (oder nur teilweise) angemeldeter Arbeit, indem es sich auf drei Schlüsselelemente von Fairness konzentriert: (1) Fairness bei der Gestaltung von Gesetzen und politischen Maßnahmen zur Förderung und Regulierung der Formalisierung der Arbeitswelt; (2) Fairness in Bezug auf die Art der nicht (oder nur teilweise) angemeldeten Arbeit, einschließlich ihres Ausmaßes, ihrer Muster, Triebkräfte und Risikofaktoren, vor dem Hintergrund neuer Daten zu ihrem Ausmaß und ihren Merkmalen; und (3) Fairness in Bezug darauf, wie individuelle und institutionelle Akteure informelle Beschäftigungspraktiken und -politiken wahrnehmen. Durch die Untersuchung von Spannungen zwischen und innerhalb dieser drei Elemente der Fairness zielt REFAIR darauf ab, innovative, kontextsensitive und nachhaltige politische Antworten zu identifizieren. Um diese Ziele zu erreichen, wendet REFAIR einen robusten Mixed-Methods-Ansatz an, der Folgendes umfasst: eine Analyse des rechtlichen und politischen Rahmens sowie spezifischer Maßnahmen; eine quantitative Erhebung zu Prävalenz und Einflussfaktoren von nicht- und unterdeklarierter Arbeit sowie eine Erhebung zu Einstellung zu nicht (oder nur teilweise) angemeldeter Arbeit; und qualitative Methoden, darunter Tiefeninterviews, Ethnografie und gemeinsam konzipierte Fallstudien in sechs Ländern, die unterschiedliche Sozial- und Arbeitsmarktsysteme repräsentieren. Durch die Einbindung von Interessengruppen in die gemeinsame Gestaltung und die Einbettung informeller Arbeit in breitere Debatten über prekäre Arbeitsverhältnisse, Sozialpolitik und wirtschaftliche Gerechtigkeit wird REFAIR umsetzbare Erkenntnisse für eine inklusivere, effektivere und gerechtere Arbeitsmarktregulierung in ganz Europa und darüber hinaus generieren. Das Projekt wird von der Universität für Weiterbildung Krems koordiniert
Details
| Projektzeitraum | 01.10.2026 - 31.03.2030 |
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| Fördergeber | EU |
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| Projektverantwortung (Universität für Weiterbildung Krems) | Assoz. Prof. Mag. Dr. Albert Kraler |
| Projektmitarbeit |