Beschreibung

Das reCLAYm-Projekt verfolgt das Ziel, Citizen Scientists (CS) wieder stärker in die Analyse archäologischer Sachkultur einzubinden. In der Frühzeit der Archäologie hatten sie bei der Auswertung von Funden eine zentrale Rolle inne, die sich mit zusehender Professionalisierung der Disziplin jedoch verringerte. reCLAYm möchte diesem Trend entgegenwirken, um nicht nur die archäologische Forschung, sondern auch den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu stärken. Im Fokus steht die Linearbandkeramik (LBK) Niederösterreichs. Mit Typologie, experimenteller Archäologie und portabler Röntgenfluoreszenzanalytik (pRFA) werden Herstellungstechniken, Rohmaterialherkunft von Keramik, kulturelle Entwicklungen und soziale Interaktionen des Frühneolithikums untersucht. Das Projekt konzentriert sich auf die Keramikfunde von Asparn/Schletz und benachbarten Fundstellen. Ihre Analyse ist aufgrund der großen Materialmenge sehr herausfordernd, hat jedoch hohe Bedeutung für die Rekonstruktion der chronologischen Entwicklung sowie von technischen Traditionen und der sozialen Dynamik dieses berühmten Fundorts. Wir sind überzeugt, dass eine intensive, teils selbstbestimmte Zusammenarbeit mit CS, mit einem standardisierten methodischen Ansatz, zur Bewältigung dieser Herausforderung beitragen kann. Dies beinhaltet gemeinsame Fundauswertung, eine experimentalarchäologische Rekonstruktion von Herstellungstechniken sowie pRFA-Analysen an Ton & Keramik zur Identifikation von Rohstoffquellen und möglichen Importen. Durch die Einbindung von CS in alle Projektphasen – von der Antragstellung bis zur Interpretation – untersucht reCLAYm ihr Potenzial als Ko-Forschende in komplexen Analyseprozessen. Methodisch widmet sich das Projekt neben der Entwicklung von skalierbaren Modellen partizipativer archäologischer Forschung, inklusive Ausbildung, Training, gemeinsamer Präsentation und öffentlicher Vermittlung, auch Themen wie User-Bias, Standardisierung & rechtlichen Grenzen der Einbindung von CS.

Details

Projektzeitraum 01.04.2026 - 31.03.2029
Fördergeber Bundesländer (inkl. deren Stiftungen und Einrichtungen)
Department

Department für Kunst- und Kulturwissenschaften

Zentrum für Museale Sammlungswissenschaften

Projekt­verantwortung (Universität für Weiterbildung Krems) Mag. Jakob Maurer
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