Beschreibung

Migranten wurden lange als homogene Gruppen betrachtet, die Hilfe und politische Maßnahmen benötigen, wodurch ihre Rolle als aktive Gestalter des städtischen Lebens verdeckt wurde. In Ägypten, vor allem ein Transitland, leben über neun Millionen Migranten aus dem Sudan, Syrien, Eritrea, dem Südsudan, dem Jemen und anderen Ländern, meist in städtischen Gebieten in Kairo, an der Nordküste und in Assuan. In marginalisierten und informellen Stadtvierteln erleben Migranten und Nicht-Migranten ähnliche wirtschaftliche Notlagen und begrenzten Ressourcenzugang; Migranten stoßen zusätzlich auf Hürden beim Zugang zu Bildung und grundlegenden Dienstleistungen sowie auf Rassifizierung und Sicherheitsmaßnahmen. Um Infrastruktur- und Dienstleistungslücken zu schließen, gründen Migranten Organisationen, die vielfältige Angebote bereitstellen und Räume für informelle Governance, Platzgestaltung und Solidaritätspraktiken schaffen. Diese gelten als Ankunftsinfrastrukturen, die in Aushandlung mit verschiedenen Akteuren und nationalen wie globalen migrationspolitischen Rahmen entstehen. Community Learning Centres (CLCs) und Community-Based Organisations (CBOs) sind zentrale Beispiele solcher städtischer Ankunftsinfrastrukturen; in Kairo existieren über 200, in Assuan seit kurzem Dutzende. Das Projekt wird von drei Fragen geleitet: (1) Wie lässt sich die Entstehung von Ankunftsinfrastrukturen – wie CLCs und CBOs in Kairo und Assuan – im Kontext nationaler, transnationaler und globaler Migrationspolitik erklären? (2) Welche Rolle spielen CLCs dabei, besonders in Bezug auf Bildungsbarrieren sowie Platzgestaltung und Solidarität? (3) Wie stehen CBOs zu informellen Formen von Governance, Platzgestaltung und Solidarität? Mithilfe von Politikanalyse, Interviews und ethnografischer Feldforschung untersucht die Studie Entstehung, Handlungsspielräume und Beiträge dieser Organisationen.

Details

Projektzeitraum 01.10.2026 - 30.09.2029
Fördergeber Bundesländer (inkl. deren Stiftungen und Einrichtungen)
Förderprogramm
Department

Department für Migration und Globalisierung

Zentrum für Migrations- und Globalisierungsforschung

Projekt­verantwortung (Universität für Weiterbildung Krems) Amira Elsaid, MA
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