Liechtensteinisches LandesMuseum
Städtle 43
9490 Vaduz
Fürstentum Liechtenstein
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe KGSkonkret laden die Fachstelle Kulturgüterschutz des Amts für Kultur Liechtenstein und das Liechtensteinische LandesMuseum zu einem Vortragsabend nach Vaduz ein. Im Mittelpunkt steht ein hochaktuelles und zugleich alarmierendes Thema: gezielte Einbrüche in Museen und der unwiederbringliche Verlust von Kulturgütern. Anhand eines realen Kriminalfalls veranschaulicht die Veranstaltung, wie systematisch und präzise Kulturgutraub heute vorbereitet und durchgeführt wird – und welche komplexen Herausforderungen sich daraus für Museen, Sicherheitsbehörden und den Kulturgüterschutz ergeben.
Stellen Sie sich folgendes Szenario vor:
In einer deutschen Gemeinde wird kurz vor ein Uhr morgens durch einen gezielten Kabelschnitt die Kommunikation von rund 13.000 Haushalten nahezu unbemerkt lahmgelegt. Gleichzeitig fallen dadurch auch sämtliche Systeme zur Übertragung von Alarmmeldungen an Sicherheitsdienste aus. Nur eine Stunde später steigen Täter in das örtliche archäologische Museum ein und entwenden innerhalb von nur neun Minuten äußerst wertvolle und kulturhistorisch bedeutende Objekte. Erst mit Beginn des Arbeitstags wird den dort Verantwortlichen das volle Ausmaß der Tragödie bewusst.
Fiktion? Nein.
So geschehen im Jahr 2022 in einer bayerischen Gemeinde. Das Objekt der Begierde: ein berühmter Goldschatz mit fast 500 antiken Goldmünzen sowie einem Goldgusskuchen. Auch Jahre nach diesem spektakulären Einbruch fehlt vom Großteil der Beute jede Spur – vermutlich wird sie für immer verloren bleiben.
Solche Taten sind längst keine Ausnahme mehr. Der beschriebene Fall und zahlreiche weitere Beispiele weltweit verdeutlichen, mit welcher Präzision, Professionalität und teils auch Gewaltbereitschaft Kulturgutkriminalität heute betrieben wird. Museen geraten zunehmend ins Visier. Hinzu kommt: Häufig geht es ausschließlich um den materiellen Wert der Objekte – ihre Zerstörung wird in Kauf genommen, wertvolle Kulturgüter gehen unwiederbringlich verloren.
Erster Kriminalhauptkommissar Christian Klein ist Leiter des Bereichs Kunst- und Kulturgutdelikte beim Bayerischen Landeskriminalamt. Er war von Beginn an maßgeblich in die Ermittlungen zu dem geschilderten Fall eingebunden. In einem rund eineinhalbstündigen Vortrag beleuchtet er den Tathergang, die kriminalpolizeiliche Aufarbeitung sowie die Hintergründe solcher Delikte und gibt dabei eindrucksvolle Einblicke in seine Ermittlungsarbeit – und in die Herausforderungen, vor denen der Kulturgüterschutz heute steht.

Zur Veranstaltungsreihe
Kulturgüterschutz ist ein Themenfeld von wachsender nationaler und internationaler Bedeutung. Unsere Veranstaltungsreihe „Kulturgüterschutz konkret" greift aktuelle Fragestellungen aus unterschiedlichen Bereichen des Kulturgüterschutzes auf und vermittelt praxisnahe Einblicke aus Wissenschaft und Praxis. Ziel der Reihe ist es, Studierenden und der interessierten Öffentlichkeit vielfältige Perspektiven auf den Schutz von Kulturgütern näherzubringen, den Dialog zu fördern und das Bewusstsein für dieses zentrale Aufgabenfeld zu stärken.

Information
Tags