Beschreibung

Um richtig zu funktionieren, müssen die meisten Proteine im menschlichen Körper eine dreidimensionale Form annehmen, ihren sogenannten nativen Zustand. Unter bestimmten Umständen verwandeln sie sich jedoch in einen Amyloidzustand, bei dem es sich um eine toxische Strukturform handelt, in der sie zu Proteinclustern („Prionen“) aggregieren. In der Vergangenheit wurde diese Konformationsänderung bei neurodegenerativen Erkrankungen wie dem Rinderwahn, der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit und der Alzheimer-Krankheit beobachtet. Kürzlich wurde gezeigt, dass solche Proteinaggregate auch bei Krebs eine wichtige Rolle spielen können, da der „Wächter des Genoms“, das Tumorsuppressorprotein p53, zu „infektiösen“ Prionen („p53-Prionen“) aggregieren kann. Aktuelle Daten zeigen zum ersten Mal das hohe Potenzial von p53-Prionen als Biomarker für das Überleben von Krebspatienten. Kommerziell erhältliche, robuste Testverfahren, die die quantitative Analyse von p53-Prionen ermöglichen, fehlen. Ziel des vorgeschlagenen Projekts ist es, einen diagnostischen Test zur Quantifizierung von p53-Prionen zu entwickeln und zu bewerten, ob Exosomen, die aus Zellen stammende Vesikel sind und in verschiedenen biologischen Flüssigkeiten häufig vorkommen, Vehikel für p53-Prionen sind. Zunächst werden wir neuartige Methoden zur Isolierung und Anreicherung hochreiner Exosomen aus Aszitesflüssigkeit und Blut etablieren (Größenausschlusschromatographie, Fab-TACS®-Technologie). Weiters wird ein hoch innovativer Assay auf Basis der Proximity-Ligation-Assay-Technologie entwickelt, der den spezifischen Nachweis und die quantitative Messung von p53-Prionen ermöglicht. Schließlich wird eine kombinierte Methode entwickelt, die die Charakterisierung von Exosomen auf der Basis magnetischer Partikel und den Nachweis mit dem p53-Prionquantifizierungstest ermöglicht.

Fördergeber: Land NÖ (Technopolprojekt), EFRE

Details

Projektzeitraum 01.01.2021 - 31.12.2022
Fördergeber Bundesländer (inkl. deren Stiftungen und Einrichtungen)
Förderprogramm
Department

Department für Biomedizinische Forschung

Zentrum für Biomedizinische Technologie

Projekt­verantwortung (Donau-Universität Krems) Mag. Rene Weiss, PhD

Leitung

Zum Anfang der Seite