15.04.2026

Zukunftssymposium ZIB: Kritischer Blick auf das Mercosur-Abkommen

Wie verändert ein globales Freihandelsabkommen die Zukunft der österreichischen Landwirtschaft?

Dieser Frage widmete sich das Zukunftssymposium ZIB der Akademikergruppe der NÖ Bauernbund-Jugend am 13. April 2026 auf Schloss Weinzierl. Ausgewiesene Fachleute aus Wissenschaft, Politik und Praxis beleuchteten das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven und den Abschluss bildete eine lebhafte Podiumsdiskussion.

Am 13. April 2026 lud die Akademikergruppe der NÖ Bauernbund-Jugend zum Zukunftssymposium ZIB auf Schloss Weinzierl. Im Mittelpunkt stand das geplante Mercosur-Abkommen und seine möglichen Auswirkungen auf Landwirtschaft, Wirtschaft und Versorgungssicherheit.

Univ.-Prof. Dr. Daniel Varro beleuchtete die rechtlichen und volkswirtschaftlichen Dimensionen des Abkommens und zeigte auf, welche Herausforderungen, aber auch Chancen sich für die österreichische Wirtschaft und insbesondere die Landwirtschaft ergeben könnten. Ein Vergleich mit dem EU-Beitritt Österreichs im Jahr 1995 verdeutlichte, dass steigende landwirtschaftliche Importe sowohl Anpassungsdruck als auch neue Perspektiven für Landwirtinnen und Landwirte, Konsumentinnen und Konsumenten sowie die Lebensmittelversorgung mit sich bringen. Bei seinen Ausführungen verdeutlichte er, dass die Sicherstellung der Lebensmittelversorgung auch im Kontext internationaler Freihandelsabkommen konsequent mitgedacht werden muss.

MEP DI Alexander Bernhuber betonte die Resilienz bäuerlicher Familienbetriebe gegenüber globalen Veränderungen. Gerade kleinstrukturierte Betriebe könnten oft flexibler und anpassungsfähiger reagieren. DI Werner Habermann wiederum ging auf die konkreten Herausforderungen ein, vor denen insbesondere österreichische Rinderhalterinnen und Rinderhalter im Zuge des Abkommens stehen.

In der anschließenden Podiumsdiskussion kristallisierten sich zwei zentrale Themen heraus:

  • die Forderung nach einer klaren Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln sowie
  • die Frage, ob die konventionelle Rindfleischproduktion in Österreich noch eine Zukunft hat.

Das Symposium machte eines deutlich:

Die Diskussion über das Mercosur-Abkommen ist keine abstrakte handelspolitische Debatte. Sie betrifft unmittelbar den Alltag aller Konsumentinnen und Konsumenten und stellt die heimische Landwirtschaft vor Weichenstellungen, die nicht aufgeschoben werden können.

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