Termin

25.03.2026, 19:00 - 20:30

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Online via Zoom

Veranstalter Alumni-Club

Expert Insights | Anna Kaiser

Prioritäten unter Druck. Risiko, Werte und Entscheidungen in komplexen Lagen

Online-Vortrag | Assoz.-Prof. Mag. Dr. Anna Kaiser

Was schützen wir, wenn wir nicht alles schützen können? Und was retten wir, wenn wir nicht alles retten können?

Krisen machen Prioritäten sichtbar. Sie erzwingen Entscheidungen unter Zeitdruck, mit unvollständiger Lage und spürbarer Verantwortung. Dann steht die Frage im Raum: Was ist wirklich unverzichtbar? Und: Welche Entscheidungen treffen wir, wenn jede Entscheidung zur Priorität wird? Hierbei geht es dann oftmals nicht um Risiko, sondern auch um Werte. Besonders sicht- und greifbar wird dies beim Schutz von Kulturgütern.

Warum Kulturgüterschutz? Risiken und Verantwortung

Unser kulturelles Erbe ist einer Reihe von Risiken ausgesetzt: Naturkatastrophen, Klimawandel, bewusst verursachte oder indirekte Einwirkungen des Menschen bedrohen nicht nur Leben, sondern führen auch zu Schäden an Kulturgütern oder gar zu unwiederbringlichen Verlusten unseres Kulturerbes. Ein Objekt mag vielleicht materiell ersetzbar sein, seine Bedeutung ist es hingegen oftmals nicht. Denn: Identität, Symbolik und Legitimität spielen eine größere Rolle, als Zahlen oder Statistiken erfassen können. Besonders deutlich zeigt sich dies, wenn nicht alles gleichzeitig geschützt oder gerettet werden kann. Dann entstehen sogenannte Zielkonflikte: Zwei oder mehrere Ziele sind gleichzeitig wichtig, behindern sich aber gegenseitig. Sobald ein Ziel verfolgt wird, rückt ein anderes automatisch in den Hintergrund. Man muss deshalb entscheiden, welches Ziel Vorrang hat und welche Abstriche vertretbar sind. In Krisen ist das besonders herausfordernd, weil Informationen fehlen, Zeit knapp ist und der Druck steigt.

In solchen Situationen ist nicht entscheidend, ob es ein Risiko gibt, sondern vielmehr wie wir damit umgehen.

Ass.-Prof. Mag. Dr. Anna Kaiser, Leiterin des Zentrums für Kulturgüterschutz und Kommandantin der Austrian Forces Disaster Relief Unit (AFDRU) widmet sich in ihrem Vortrag genau diesen Fragen. Aus militärischer Entscheidungslogik und jahrelanger operativer Erfahrung zeigt sie auf, wie man selbst in unsicheren, hochkomplexen Situationen strukturiert und verantwortungsvoll handeln kann. Viel mehr als nur Risikomanagement beleuchtet der Vortrag, wie Werte, Auftrag und Prioritäten zusammenwirken – und warum der Kulturgüterschutz ein essenzieller Teil des Auftrags des Österreichischen Bundesheeres ist.

Über die AFDRU
Die AFDRU ist die Katastrophenhilfeeinheit des Österreichischen Bundesheeres, die bei Umwelt- und Naturkatastrophen weltweit schnelle Hilfe leistet. Sie setzt sich aus Freiwilligen des Aktiv- und Milizstandes zusammen und wird bei Bedarf durch zivile Spezialist_innen ergänzt.

Details zur Veranstaltung

Assoz.-Prof. Mag. Dr. Anna Kaiser
Prioritäten unter Druck. Risiko, Werte und Entscheidungen in komplexen Lagen

Wann: Mittwoch, 25. März 2026
Uhrzeit: 19:00–20:30 Uhr
Wo: virtuell via Zoom

Die Teilnahme ist kostenlos (Anmeldung erforderlich).

Anmeldung

Zur Person | Assoz.-Prof. Mag. Dr. Anna Maria Kaiser

Anna Kaiser ist Althistorikerin und hat sich über ihre militärische Ausbildung auf Kulturgüterschutz spezialisiert. 2013 wurde sie sub auspiciis praesidentis an der Universität Wien mit einer Arbeit zum römischen Militär promoviert. Seit 2015 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrgangsleiterin für Kulturgüterschutz an der Universität für Weiterbildung Krems und hat maßgeblich zum Aufbau und zur internationalen Positionierung des Zentrums für Kulturgüterschutz beigetragen, dessen Leitung sie seit 2023 innehat. Sie ist Leiterin einer Reihe von EU-Projekten zum Thema Kulturgüterschutz, Klimawandel, Erhaltung und nachhaltige Nutzung des kulturellen Erbes. Sie lehrt und referiert national und international zu ausgewählten Aspekten des breiten Themenfelds Kulturgüterschutz und legt dabei besonderen Wert auf nachhaltige Umsetzbarkeit und der Schaffung von Schnittstellen zwischen den zivilen Stakeholdern, diversen Einsatzkräften und speziell dem Militär.

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