5. EUFEP-Kongress mit rund 200 internationalen TeilnehmerInnen

Gesundheitsförderung und Prävention bei Kindern und Jugendlichen standen im Mittelpunkt des Kongresses der Donau-Universität Krems am 21. und 22. Juni 2017

26.06.2017

Das 5. Europäische Forum für evidenzbasierte Gesundheitsförderung und Prävention (EUFEP) widmete sich der Kinder- und Jugendgesundheit im Spannungsfeld zwischen öffentlicher Aufgabe und familiärer Verantwortung. Internationale ExpertInnen aus Wissenschaft und Praxis beleuchteten die Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen und stellten innovative Möglichkeiten der Gesundheitsförderung vor. Organisiert wurde der Kongress vom Department für Evidenzbasierte Medizin und Klinische Epidemiologie der Donau-Universität Krems in Kooperation mit dem Niederösterreichischen Gesundheits- und Sozialfonds (NÖGUS).

Martina Diesner-Wais, Abgeordnete zum Nationalrat, Univ.-Prof. Dr. Gerald Gartlehner, Leiter des Departments für Evidenzbasierte Medizin und Klinische Epidemiologie der Donau-Universität Krems sowie wissenschaftlicher Leiter von EUFEP, und Mag. Elfriede Riesinger, Geschäftsführerin von NÖGUS, eröffneten den Kongress im Kloster Und in Krems. (Fotos: Donau-Universität Krems/Andrea Reischer)

Als Leiter des Departments für Evidenzbasierte Medizin und Klinische Epidemiologie sowie wissenschaftlicher Leiter von EUFEP begrüßte Univ.-Prof. Dr. Gerald Gartlehner die rund 200 internationalen TeilnehmerInnen im Kloster Und in Krems und unterstrich die Wichtigkeit des Kongressthemas mit Fakten aus Österreich. Wenn es um gesundheitsrelevante Verhaltensweisen geht, schneiden die Kinder und Jugendlichen hierzulande im europäischen Vergleich schlecht ab, so Gartlehner. Tabak- und Alkoholkonsum sowie ungünstige Ernährungsgewohnheiten spielen schon früh eine Rolle und beeinflussen entsprechend die gesundheitliche Zukunft der Gesellschaft: Trotz hoher Lebenserwartung leben die ÖsterreicherInnen fünf Jahre mehr in Krankheit als der EU-Schnitt.

„Wir müssen in Österreich und in Europa gesundheitspolitische EntscheidungsträgerInnen noch mehr davon überzeugen, in Gesundheitsförderung und Prävention zu investieren. Auch wenn es oft mehrere Legistlaturperioden dauert, bis man die langfristigen Erfolge sieht.“

Univ.-Prof. Dr. Gerald Gartlehner

Leiter des Departments für Evidenzbasierte Medizin und Klinische Epidemiologie

"Was wir heute für die Gesundheit unserer Kinder tun, bestimmt ihre Zukunft", betonte Mag. Elfriede Riesinger, Geschäftsführerin der NÖGUS, in ihren Begrüßungsworten. Präventionsmaßnahmen müssten nicht nur früh ansetzen, sondern auch evidenzbasiert sein, so Riesinger. In diesem Zusammenhang stelle EUFEP eine wichtige internationale Plattform zum Austausch von Wissenschaft und Praxis dar. Die Abgeordnete zum Nationalrat Martina Diesner-Wais, die den Kongress in Vertretung von Landeshauptfrau Mag. Johanna Mikl-Leitner eröffnete, dankte den VertreterInnen der Donau-Universität Krems und der NÖGUS für die Möglichkeit, wissenschaftliche Arbeit all jenen zu vermitteln, die mit Kinder- und Jugendgesundheit befasst sind.

Gesellschaftliche oder familiäre Pflicht

Mit dem zentralen Thema des Kongresses, der Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlicher und familiärer Pflicht, beschäftigte sich Prof. Dr. Claudia Wiesemann in ihrem Vortrag. Die Direktorin des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin an der Universitätsmedizin Göttingen definierte die unterschiedlichen Aufgaben des privaten und öffentlichen Umfeldes in Hinblick auf Kinder- und Jugendgesundheit. Wiesemann befasste sich weiters mit ethischen Maßgaben für Eingriffe der öffentlichen Hand in die Eltern-Kind-Beziehung, wie sie z. B. bei Impfverweigerung oder Rauchverboten diskutiert werden, und zeigte neben den Möglichkeiten und Grenzen auch Alternativen zu direkten staatlichen Interventionen auf.

Evidenzbasierung als roter Faden

Impfen als Präventionsmaßnahme zwischen Pflicht und Freiwilligkeit, Best-Practice-Beispiele zur Förderung der psychischen Gesundheit, der Umgang mit Suchtmitteln im Jugendalter, Eltern als vernachlässigte Gruppe der Gesundheitsförderung, Screening-Untersuchungen bei Säuglingen und Kindern und die Frage nach dem Nutzen von Lebensstil-Interventionen bei Kindern und Jugendlichen waren weitere Programmpunkte des Kongresses. Neben dem Spannungsfeld zwischen öffentlicher Aufgabe und familiärer Verantwortung bildete dem wissenschaftlichen Rahmen von EUFEP entsprechend die Frage nach der Evidenzbasierung von Präventionsprogrammen den roten Faden des Kongresses.

Impulse für neue Ideen

"Wir müssen in Österreich und in Europa gesundheitspolitische EntscheidungsträgerInnen noch mehr davon überzeugen, in Gesundheitsförderung und Prävention zu investieren. Auch wenn es oft mehrere Legistlaturperioden dauert, bis man die langfristigen Erfolge sieht", betonte Gartlehner in seinen Schlussworten und dankte den TeilnehmerInnen für ihre zahlreichen Impulse, die zur Entwicklung neuer Ideen und Handlungsmöglichkeiten in der Förderung der Kinder- und Jugendgesundheit beitragen.

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