Antimikrobielle Peptide

Das Kooperationsprojekt der Donau-Universität Krems und der Universität Graz entwickelt neue Verfahren, um Infektionserreger im Blut zu inaktivieren

26.10.2018

Sepsis, eine Blutvergiftung, ist die zweithäufigste Todesursache auf Intensivstationen. ForscherInnen an der Donau-Universität Krems entwickeln mittels der neuen Forschungsinfrastruktur der Core Facility neue Methoden, um giftige Stoffe im Blut zu binden und somit zu inaktivieren. Diese Technik soll die Verfahren für die Blutreinigung unterstützen und die Überlebenschance bei einer Sepsis verbessern.

Wenn Bakterien oder deren Zellwandbestandteile im Verlauf einer Infektion ins Blut gelangen, kann es zur Sepsis kommen. Die Immunzellen der PatientInnen beginnen Entzündungsmediatoren auszuschütten. Die Gefäße werden dadurch erweitert und durchlässiger. Es bilden sich Wasseransammlungen im Gewebe und Blutgerinnsel, welche die Durchblutung in Gefäßen stören und in weiterer Folge zu Organversagen führen können.

Eine Forschungsgruppe des Departments für Biomedizinische Forschung forscht an neuen Behandlungsmethoden, um Endotoxine zu adsorbieren bzw. zu inaktivieren. Partner in diesem Projekt ist das Institut für Molekulare Biowissenschaften der Universität Graz. Dieses Projekt wird über das Technopol-Programm des Landes Niederösterreich gefördert.

Synthetische Peptide binden Endotoxine
Endotoxine sind Zellwandbestandteile Gram-negativer Bakterien und häufig an der Entwicklung von Inflammation und Sepsis beteiligt. ForscherInnen am Department für Biomedizinische Forschung suchen nach neuen Möglichkeiten, Endotoxine mit Hilfe von antimikrobiellen Peptiden zu adsorbieren oder zu inaktivieren.

„Die Peptide werden synthetisch hergestellt, somit können wir ihr Bindungsvermögen für Endotoxine optimieren. Diese Peptide werden nicht als Antibiotikum, sondern zur Inaktivierung bakterieller Toxine eingesetzt. Das Ziel dieses Projektes ist es, eine unterstützende Therapie für Leberversagen, Inflammation und Sepsis zu entwickeln“, erklärt Ass.-Prof. Dr. Jens Hartmann, Projektleiter an der Donau-Universität Krems, sowie Fachbereichsleiter der Medizinischen Verfahrenstechnik am Zentrum für Biomedizinische Technologie.

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