Ein Künstlerleben im Spiegel der Zeit

Das Archiv der Zeitgenossen der Donau-Universität Krems bereitet das Schaffen des großen österreichischen Komponisten Friedrich Cerha digital auf

03.10.2019

Mit einem themenbezogenen, interaktiven Online-Portal wird der Vorlass von Friedrich Cerha, der dem Archiv der Zeitgenossen überantwortet wurde, erschlossen. Forschende und Musikinteressierte erhalten so Zugang zu Archivmaterialien, die um ExpertInnenwissen ergänzt wurden.

Bereits 2010 ging der Vorlass des einflussreichen Komponisten Friedrich Cerha an das Archiv der Zeitgenossen. Diese Einrichtung des Landes Niederösterreich ist an die Fakultät für Bildung, Kunst und Architektur der Donau-Universität Krems angebunden und auf Vor- und Nachlässe zeitgenössischer Künstler spezialisiert. Der persönliche Kontakt und die Zusammenarbeit mit den Künstlern verschafft den Quellen eine besondere Authentizität und Vertrauenswürdigkeit. Neben Cerhas Schaffen umfasst die Sammlung auch Materialien von Peter Patzak, Wolf D. Prix, Julian Schutting, Kurt Schwertsik und Peter Turrini. Eine Kernaufgabe des Archivs der Zeitgenossen liegt in der kulturwissenschaftlich fundierten Vermittlungsarbeit, wobei der Fokus auf der Bedeutung der Künstlerpersönlichkeiten für das kulturelle Erbe liegt.

Friedrich Cerha Online als prototypisches Projekt

Ganz im Sinne dieser Vermittlungsarbeit wird Friedrich Cerha Online ein forschungsbasiertes Portal, das Forschenden, Studierenden, Lehrenden sowie MusikerInnen in deutscher und englischer Sprache innovativen Zugang zu Archivalien bieten wird. Zusätzlich erfahren die BesucherInnen der Seite Wissenswertes über Leben und Werk des Komponisten.

Anders als sonst üblich wird das Gesamtwerk Cerhas nicht chronologisch dargestellt, sondern anhand einer Klassifikation erschlossen, die sich an einer kulturwissenschaftlichen Systematik thematisch orientiert. Die wissenschaftliche Leitung liegt bei Cerha-Forscher Univ.-Prof. Dr. Matthias Henke, Universität Siegen. Die Online-Präsentation führt über zehn unterschiedliche Zugänge in das Werk ein. Neben dem Thema „Kunst der Natur“ beschäftigt sie sich etwa mit Impulsen außereuropäischer Kulturen, thematisiert spielerische Ansätze, Nachwirkungen der abendländischen Musikgeschichte oder das Wechselspiel zwischen Individuum und Gesellschaft. Die Auseinandersetzung mit den einzelnen Facetten soll ein umfassendes Gesamtbild von Friedrich Cerhas Kosmos vermitteln. Das Forschungsprojekt versteht sich als Prototyp für weitere Digitalisierungsprojekte, die sich künftig der Erschließung künstlerischer Vorlässe widmen.  

 

Projekt: Friedrich Cerha Online
Projektzeitraum: 01.04.2019–31.03.2021
Fördergeber: NFB Science Call Digitalisierung 2017
Department: Kunst- und Kulturwissenschaften / Archiv der Zeitgenossen
Projektverantwortliche: Mag. Dr. Christine Rigler
Projektleitung: Univ.-Prof. Dr. Matthias Henke
beteiligte MitarbeiterInnen: Marco Hoffmann
                        MMag. Gundula Maria Wilscher
                        Simon Wimmer, BA

Zum Anfang der Seite

 

Zum Glossar

Diese Website verwendet Cookies zur Verbesserung Ihrer Nutzererfahrung, für analytische Zwecke zur Optimierung unserer Systeme und für Marketingmaßnahmen. Indem Sie auf „OK" klicken bzw. die Website weiter verwenden, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Information zum Datenschutz.

OK