Verbesserte Pathogendetektion direkt aus Blut

WissenschaftlerInnen an der Donau-Universität Krems arbeiten an einer Methode um Erreger und potentielle Antibiotikaresistenzen im Blut schneller und gezielter nachzuweisen

02.07.2019

Jede Stunde Verzögerung einer geeigneten Antibiotikatherapie erhöht das Sterblichkeitsrisiko bei Sepsis. Allerdings werden für die Auswertung der Blutkulturen mehrere Tage benötigt. Daher entwickelt das Department für Biomedizinische Forschung verbesserte molekulardiagnostische Verfahren zum raschen Nachweis der verursachenden Erreger im Blut.

PatientInnen mit Sepsis werden anfangs mit Breitbandantibiotika behandelt, welche ein möglichst großes potentielles Erregerspektrum abdecken. Diese sind jedoch bei vorhandenen Resistenzen wirkungslos und können die Entwicklung neuer resistenter Erreger fördern. Nach der Einleitung einer antibiotischen Therapie ist eine Analyse des Blutes mittels Blutkultur oft fehlerhaft. Des Weiteren liefert eine Blutkultur im Fall von schwierig zu kultivierenden oder obligat intrazellulären Pathogenen, welche ohne eine Wirtszelle nicht überleben können, falsch negative Resultate.

Rascher Nachweis von Erregern

ForscherInnen am Department für Biomedizinische Forschung arbeiten gemeinsam mit der medizinischen Universität Innsbruck und ARES Genetics GmbH an der Verbesserung und Erweiterung molekulardiagnostischer Verfahren. Dabei wird untersucht, wie lange die DNA von Pathogenen im Blutkreislauf nachweisbar bleibt und wie sie sich verändert. Dies ist für die Interpretation molekulardiagnostischer Resultate von großer Bedeutung, um mögliche Folgeinfektionen von erfolgreich therapierten Infektionen unterscheiden zu können. Im Zuge des Projektes sollen Faktoren, welche die Detektion von Pathogenen im Blut beeinflussen bzw. inhibieren, genauer unter die Lupe genommen werden. Das Ziel dabei ist, eine Erhöhung der Sensitivität, beziehungsweise Verminderung falsch-negativer Ergebnisse zu ermöglichen.

Das Spektrum erweitern

„In einem weiteren Schritt wollen wir ausloten, ob Next-Generation Sequencing für die Identifikation von Pathogenen direkt aus dem Blut verwendet werden kann. Dafür müssen bestehende Anreicherungsverfahren von Pathogen-DNA und andere notwendige Methoden verbessert werden. Diese würden die diagnostischen Möglichkeiten beträchtlich erweitern. Außerdem bietet sich die Möglichkeit, Mutationen im Genom von Pathogenen, die zu einer Resistenzentwicklung führen, nahezu in Echtzeit zu überwachen“, erklärte der Projektverantwortliche Matthias Pilecky, MSc.

 

Advanced Pathogen Detection in Blood Stream Infection (Pathogen Detection)

Fördergeber: FFG Bridge

Projektlaufzeit: 2019–2022

Department: Biomedizinische Forschung

Projektverantwortlich: Univ.-Prof. Dr. Viktoria Weber, Matthias Pilecky, MSc

Kooperationspartner: Medizinische Universität Innsbruck, Sektion klinische Mikrobiologie und Hygiene, ARES Genetics GmbH

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