06.11.2026

Unternehmen sehen sich in geopolitisch konfliktreichen Zeiten mit einem zunehmend komplexen sanktionsrechtlichen Umfeld konfrontiert. Bei der 4. Praxiskonferenz am 5. November 2026 an der Universität für Weiterbildung Krems diskutierten Expert_innen aus Rechtsabteilungen, Unternehmen, Anwaltschaft, Justiz und Verwaltung aktuelle Entwicklungen auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene. Das „Forum Sanktionenrecht“ bot damit erneut eine Plattform für den praxisorientierten Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Behörden.

Initiiert und geleitet wird die Konferenzreihe von Univ.-Prof. Thomas Ratka, Universität für Weiterbildung Krems, und Rechtsanwalt Dr. Andreas Pollak, petsche pollak attorneys at law. „Wir freuen uns über den laufenden Zuspruch zu diesem wichtigen Thema. Mitte März 2027 soll bereits die nächste Praxiskonferenz Sanktionenrecht in Salzburg stattfinden und inhaltlich die deutschsprachigen Länder gemeinsam umfassen“, betonten die Initiatoren.

Mit dem Sanktions- und Exportkontrollrecht Chinas wurde erstmals bei dieser Konferenzreihe auch die Perspektive auf die asiatischen Regelungen gerichtet. Fan Zhang vom AußenwirtschaftsCenter Peking der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) beleuchtete die chinesischen Bestimmungen. Viktor Ivanov von der Europäischen Kommission (DG TRADE) informierte über die Pläne der Europäischen Kommission zur Evaluierung der Dual-Use-Verordnung.

Die Auswirkungen der Sanktionen auf den Krieg in der Ukraine thematisierte Lukas Bittner (Bundesministerium für Landesverteidigung, BMLV). Er erläuterte, wie Sanktionen über die drei Dimensionen Finanzen, Technologie sowie Energie und Logistik auf die Front wirken. Es sei wichtig zu verstehen, was Russlands Militär aufgrund der Sanktionen nicht oder schlechter umsetzen kann. Die Sanktionen führten am Ende zu weniger Präzision, mehr Masse und höheren Kosten.

Über aktuelle Meldepflichten und Sanktionen für Finanzmarktteilnehmer und Industrieunternehmen informierte Christa Drobesch von der Finanzmarktaufsicht (FMA). Anschließend gab Valerie Walcher von der Staatsanwaltschaft Wien Einblick in aktuelle Entwicklungen bei der Strafverfolgung von Sanktionsverstößen. Ein weiteres Thema war die aktuelle Rechtsprechung: Co-Veranstalter Andreas Pollak präsentierte ein Update zu Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs (EuGH), des Obersten Gerichtshofs (OGH) und weiterer Gerichte. Im abschließenden Corporate Panel zu Sanctions Compliance diskutierten Schiebel-CEO Hannes Hecher und Andreas Perotti, Group Director bei der Frequentis AG, ihre praktischen Erfahrungen im Umgang mit Sanktionen.

Partner der Konferenz sind die Junge Industrie Niederösterreich & Burgenland, AmCham Austria sowie die Vereinigung der österreichischen Unternehmensjurist_innen (VUJ). Mittlerweile hat sich das „Forum Sanktionenrecht“ auch als dauerhaftes Netzwerk für Fachleute in Unternehmen etabliert. Allen Teilnehmer_innen an den bisherigen Konferenzen wird eine Mitgliedschaft angeboten. Mit der für Mitte März 2027 in Salzburg geplanten ersten D-A-CH-Sanktionenrechts-Konferenz wird der fachliche Austausch künftig auch auf die deutschsprachigen Länder ausgeweitet.

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