Am Österreichischen Kulturforum in Rom blickten Vertreter Accumolis und des Research Lab Nachhaltiges Baukulturelles Erbe der Universität für Weiterbildung Krems auf fast zehn Jahre Zusammenarbeit zurück. Seit dem Erdbeben vom 24. August 2016 arbeitet das Research Lab mit den Verantwortlichen vor Ort am Wiederaufbau des historischen Städtchens. 2019 gründete es dafür eine Wiederaufbauschule, die sie gemeinsam mit der Stadt und acht weiteren Universitäten und Forschungseinrichtungen betreibt.
Unter dem Titel „Accumoli si risveglia – 10 anni dopo il terremoto" bot der Abend Fachvorträge, Interviews, Musik, Filme, Poesien und eine Verkostung kulinarischer Spezialitäten aus Accumoli. Gastgeber waren Teresa Indjein, Direktorin des Kulturforums, und Botschafter Michael Rendi. Durch das Programm führte RAI-Journalistin Gemma Giovanelli, die den Wiederaufbau der Stadt bereits seit vielen Jahren mit Reportagen begleitet.
Stimmen aus Politik und Wissenschaft
Manuela Rinaldi, in der Regierung der Region Lazio für den Wiederaufbau zuständig, erläuterte die vielen Facetten des Wiederaufbaus und das Bestreben, der Bevölkerung möglichst zügig spürbare Fortschritte zu bringen. Bürgermeister Mauro Tolomei dankte der Universität und schilderte die technischen, wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen vor Ort.
Universitätsprofessor Dr. Dr. h.c. Christian Hanus, Wissenschaftlicher Leiter des Research Lab Nachhaltiges Baukulturelles Erbe und Koordinator der Scuola di Ricostruzione, stellte die bisher umgesetzten Projekte vor. Er betonte, wie wichtig es sei, die Zivilbevölkerung und die lokalen Verantwortlichen einzubinden, die über umfassendes Wissen zur zerstörten Altstadt verfügen. Dieses Wissen mit neuen Methoden in den Wiederaufbau zu integrieren, sei eine große, aber unabdingbare Aufgabe.
Musik und kulturelles Erbe
Einen Höhepunkt bildete ein Film des früheren ORF-Journalisten Reinhard Linke über das zerstörte Zentrum, untermalt mit Musik aus dem Oratorium „Rimembranza", das am Gedenktag in Amatrice uraufgeführt wird. Komponist Richard J. Sigmund dirigierte dazu Ensembles des Orchesters der Accademia Vicino di Accumoli und der örtlichen Blaskapelle. Renzo Colucci, Präsident des Vereins Radici Accumolesi, sprach über die Bedeutung des kulturellen und kulinarischen Erbes für den Wiederaufbau.
Stellvertretend für die Bevölkerung dankten Blasmusik-Präsident Giuseppe Funari, Pro-Loco-di-Accumoli-Präsident Gianfranco Valentini und Renzo Colucci den Gastgebern und der Universität für die jahrelange Zusammenarbeit. Der Abend leitete das Gedenken an das Erdbeben vor zehn Jahren ein. Dazu gehört auch die diesjährige Accademia Vicino di Accumoli, eine internationale Orchesterakademie, die seit fünf Jahren das kulturelle und soziale Leben der Stadt belebt.
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