12.05.2026

Am 26. Mai 2026 wird Adolf Krischanitz 80 Jahre alt. Das ORTE Architekturnetzwerk Niederösterreich, das Archiv der Zeitgenossen der Universität für Weiterbildung Krems, die Kunsthalle Krems und das Kino im Kesselhaus nehmen dies zum Anlass, dem niederösterreichischen Architekten eine gemeinsame Veranstaltung zu widmen. Unter dem Titel „Was bleibt, ist Raum“ richtet sich der Blick auf ein Werk, das sich tief in das kulturelle Gedächtnis Niederösterreichs eingeschrieben hat.

Mit seinen Projekten schuf Adolf Krischanitz Orte, die Architektur mit kulturellem und gesellschaftlichem Denken verbinden. Seine Bauten zeichnen sich durch Klarheit, Zurückhaltung und einen sensiblen Umgang mit bestehender Architektur aus. Dabei entstehen Räume, die nicht nur funktionale Aufgaben erfüllen, sondern Begegnung, Reflexion und Öffentlichkeit ermöglichen.

Denkräume für Krems

Besonders deutlich zeigt sich dieser Anspruch auch im Archiv der Zeitgenossen an der Universität für Weiterbildung Krems, mit dem Krischanitz eng verbunden ist: Er plante das Gebäude selbst, zugleich befindet sich dort bereits ein Teil seines Vorlasses. „Die von Adolf Krischanitz gestalteten Archivräume verknüpfen Funktionalität und Atmosphäre auf einzigartige Weise. Die Arbeitsprozesse des Archivierens erhalten sozusagen eine Bühne und somit eine Würdigung des täglichen Handwerks zur Erhaltung des kulturellen Erbes“, sagt Helmut Neundlinger, Leiter des Archivs der Zeitgenossen.

Ein prägendes Beispiel für diesen Zugang ist auch die Kunsthalle Krems, die Krischanitz aus einer ehemaligen Tabakfabrik des 19. Jahrhunderts entwickelte. Der Umbau gilt bis heute als beispielhaft für die Verbindung historischer Bausubstanz mit zeitgenössischer Architektur. „Krischanitz hat damit ein herausragendes Beispiel für einen sensiblen Umgang mit historischer Bausubstanz geschaffen“, sagt Florian Steiniger, Direktor der Kunsthalle Krems. „Mit großer Sorgfalt verbindet er Bestehendes mit zeitgenössischen Elementen und lässt Räume entstehen, die weit über ihre Funktion hinausgehen: Räume des Denkens, in denen Bewegung und Reflexion ineinandergreifen.“

12.6.2026 
„Was bleibt, ist Raum.” Ein Tag für Adolf Krischanitz zum 80. Geburtstag

14:30 Uhr / Kunsthalle Krems
Das Jubiläumsprogramm am 12. Juni führt durch mehrere Orte in Krems. In der Kunsthalle Krems eröffnet Direktor Florian Steininger gemeinsam mit Vertreter_innen aus Architektur und Kultur den Nachmittag. Architekt Franz Denk spricht in einer Keynote über die architektonische Haltung von Krischanitz und dessen Einfluss auf die österreichische Baukultur.

17 Uhr / Archiv der Zeitgenossen
Im Archiv der Zeitgenossen steht anschließend der Vorlass des Jubilars im Mittelpunkt. Helmut Neundlinger spricht über die Bedeutung des Archivs für die Bewahrung architektonischer Positionen, im Anschluss führt Brigitta Potz, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Archivs, durch die Ausstellung und die Räumlichkeiten des Hauses.

18 Uhr / Kino im Kesselhaus
Zum Abschluss zeigt das nahegelegene Kino im Kesselhaus die Premiere des Films „The Dreams of an Architectivist“ von Miljana Niković. In einem abschließenden Gespräch diskutieren die Architekt_innen Franz Denk, Anna Wickenhauser und Ulrich Huhs über die heutige Relevanz von Krischanitz’ Architektur und deren Nachwirkung im kulturellen Gedächtnis.

Anmeldungsdetails: Für die Programmteile in der Kunsthalle Krems und im Archiv der Zeitgenossen ist eine kostenfreie Anmeldung erforderlich. Die Filmvorführung im Kino im Kesselhaus ist ebenfalls kostenfrei, eine Reservierung auf der Website des Kinos wird empfohlen.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Krischanitz-Vorlassgemeinschaft: Az W – Architekturzentrum Wien, MAK – Museum für angewandte Kunst, Archiv der Zeitgenossen in Krems, gta-Archiv ETH Zürich.

Zum Anfang der Seite