Welche Museen braucht die (digitale) Kunst unserer Zeit?

Konferenz “Challenges of Digital Art for our Societies” am 4. Dezember bringt international renommierte Wissenschaftler ins MUMOK/Wien

24.11.2015

Krems (kpr). Digitale Technologien und Digitale Kunst haben die Wahrnehmung und Interaktion mit Bildern grundlegend verändert. Die vom Department für Bildwissenschaften der Donau-Universität Krems organisierte internationale Tagung "Challenges of Digital Art for our Societies" greift diesen Wandel des Ausdrucksvermögens zeitgenössischer Medienkunst auf. Im Fokus steht die Frage nach einer adäquaten Ausbildung und Infrastruktur zur Bewahrung der digitalen Kunst in Museen im Wandel.

Auf mittlerweile 200 Biennalen und über 100 gut besuchten Medienkunstfestivals thematisieren renommierte MedienkünstlerInnen mit zahlreich ausgezeichneten Werken unser sich veränderndes Weltbild zu zentralen gesellschaftlichen Themen wie Klimawandel, Bild- und Medien (R-)evolution, Globalisierung, Überwachungsgesellschaft bis hin zur Virtualisierung der Finanzmärkte. Gesellschaftlich und kulturell brisante Fragen unserer Zeit werden in herausragenden Kunstwerken thematisiert und doch gelangen diese aufgrund der Speicherproblematik und der technisch noch inadäquaten Strukturen der Museen und Archive nicht in die Sammlungen unserer Gesellschaft.

"Derzeit geht diese zentrale Kunst unserer Zeit vollständig verloren, da der Museumssektor bislang nicht in die Lage versetzt wurde, seinem gesetzlichen Auftrag zur Sammlung, Erforschung und Erschließung der zeitgenössischen Medienkunst nachzukommen. Die Ausblendung der Medienkunst und ihrer Themen aus dem öffentlich finanzierten Museumssektor führt mittlerweile – so die Forschung – zu einer demokratiepolitischen Problematik, der entgegengewirkt werden sollte", sagt Univ.-Prof. Dr. Oliver Grau, Inhaber des Lehrstuhls für Bildwissenschaft an der Donau-Universität Krems.

Die Wissenschaft ist herausgefordert, die digitalen Kunstwerke zu dokumentieren und zu analysieren und Lösungsvorschläge für dieses zentrale Dilemma der Kunstpolitik unserer Zeit zu unterbreiten: Auf diese allgemeine Dringlichkeit einer besseren Erhaltung, Archivierung und internationalen Erforschung von Medienkunst wird in der u.a. von Prof. Grau mitinitiierten "Liverpool Erklärung" hingewiesen, die bislang von 500 WissenschaftlerInnen und MuseumsdirektorInnen aus über 40 Ländern unterzeichnet wurde (http://www.mediaarthistory.org/declaration). Hier setzt die Konferenz an, die WissenschaftlerInnen von Weltgeltung nach Wien bringt.

Vorträge und Diskussion mit: Prof. Dr. Lev Manovich (New York CityU), Prof. Dr. Sean Cubit (Goldsmiths), Prof. Dr. Christiane Paul (New School New York, Whitney Museum) und Prof. Dr. Oliver Grau (Donau-Universität Krems).
Insbesondere die Verbesserung der Ausbildung zukünftiger Kuratoren und Archivare im Kunstbereich sowie die Schaffung von nachhaltigen Forschungsinfrastrukturen für Medienkunst werden fokussiert. Die Forschungen der Wissenschaftler im Bereich der Digital Humanities spielen hierfür eine zentrale Rolle.
 

Internationale Konferenz CHALLENGES OF DIGITAL ART FOR OUR SOCIETIES
Wann:  4. Dezember 2015
Zeit:      13-19 Uhr
Wo:       MUMOK - Museum moderner Kunst Wien
              (Museumsplatz 1, 1070 Wien)

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