Online-Plattform erleichtert den Einsatz von digitalen Spielen im Schulunterricht

Donau-Universität Krems setzt gemeinsam mit SchülerInnen und LehrerInnen neue Impulse im Bereich Game Based Learning

12.01.2017

Krems (kpr). Digitale Medien sind Teil der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen, werden selbstverständlich und intuitiv verwendet und sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken – dies gilt besonders für digitale Spiele. Dabei haben gelungene Spiele eines gemeinsam: sie motivieren. Game Based Learning (GBL) Methoden greifen dieses Motivationspotenzial auf. Eingebettet in einen pädagogischen Rahmen können so Lerninhalte anhand von digitalen Spielen für unterschiedliche Zielgruppen interessant vermittelt werden. Die im Rahmen eines Erasmus+ Projektes entwickelte Online-Plattform TOOLKIT soll Lehrende an Schulen unterstützen, diese Möglichkeiten für den Unterricht verstärkt zu nutzen.

Damit Game Based Learning Methoden in die tägliche Unterrichtspraxis integriert werden können, müssen entsprechende Kompetenzen aufgebaut werden. Um dies zu erleichtern, gilt es, einen möglichst einfachen Einstieg in die Thematik zu schaffen und Lehrpersonen dazu zu ermutigen, digitale Spiele – ein Bereich, in dem oft nicht sie selbst, sondern die SchülerInnen die ExpertInnen sind – zum Unterrichtsthema zu machen.

Dieser Herausforderung stellt sich das Erasmus+ Projekt "Game Based Learning to Alleviate Early School Leaving", das derzeit von fünf Partnerorganisationen aus drei Ländern umgesetzt wird: Zentrum für Angewandte Spieleforschung der Donau-Universität Krems (Österreich), MITA, St. Margaret’s College, University of Malta (Malta) und Nyströmska School (Schweden).

TOOLKIT – Startrampe für den Einsatz von digitalen Spielen im Unterricht

Kernstück des Projekts ist die TOOLKIT-Plattform, die Ende 2016 in der Beta-Version unter https://toolkit-gbl.com online gegangen ist. Nach der kostenlosen Registrierung erhalten Interessierte Zugriff auf eine umfangreiche Sammlung an deutsch- und englischsprachigen GBL-Projekten und Spielanalysen sowie Tools zum Erstellen eigener Inhalte für die Plattform. GBL-Projekte enthalten alle notwendigen Informationen und maßgeschneiderte Online-Übungen zum Einsatz eines Spiels im Unterricht. In einem Guidebook werden zudem Materialien mit Hintergrundinformationen rund um den Einsatz von Spielen in der Schule bereitgestellt. Ein zentraler Punkt der Plattform ist die Einbeziehung der SchülerInnen und ihrer Expertise. Über eine Forumsfunktion ist ein direkter Austausch mit den SchülerInnen hinsichtlich der eingesetzten Spiele möglich; diese können selbst Vorschläge für Spielbeschreibungen und GBL-Projekte einreichen.

Gemeinsame Entwicklung durch LehrerInnen, SchülerInnen und ExpertInnen

Um die TOOLKIT-Plattform an die praktischen Erfordernisse des Schulalltags anzupassen, findet im Rahmen des Projekts ein regelmäßiger intensiver Austausch zwischen Projektteam, Lehrpersonen, SchülerInnen und ExpertInnen statt. Ende November wurden beispielweise an der Donau-Universität Krems durch das Zentrum für Angewandte Spieleforschung mehrere Workshops und eine "Late-Night-Konferenz" mit Vortragenden des MIT-Boston und der Universität Cambridge rund um das Thema Game Based Learning organisiert. Ein weiteres Highlight war ein Besuch im Schulzentrum Krems. Dabei hatten das Projektteam und Lehrpersonen aus Malta, Schweden und Österreich die Gelegenheit, den Einsatz von GBL-Methoden in der Unterrichtspraxis zu beobachten. Geführt wurde die Gruppe durch Martin Müllner, Lehrer und Game Based Learning Pionier in Niederösterreich. Eine engere Kooperation mit dem Schulzentrum Krems ist ab 2017 angedacht.

Interessierte Lehrkräfte sind eingeladen, sich ein Profil auf https://toolkit-gbl.com anzulegen. Die Plattform befindet sich zurzeit noch im Beta-Stadium und wird gemeinsam mit Lehrpersonen und SchülerInnen in Österreich, Schweden und Malta getestet und weiterentwickelt. "Die Datenbank wird laufend mit neuen Spielanalysen und Unterrichtsmaterialien gefüllt. Das Ziel ist, dass sich TOOLKIT zu einer fixen Größe in der europäischen GBL-Landschaft entwickelt", so der Projektverantwortliche Alexander Pfeiffer vom Zentrum für Angewandte Spieleforschung an der Donau-Universität Krems.

Nähere Informationen unter https://toolkit-gbl.com


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