Beschreibung

Die COVID-19 Pandemie stellt eine enorme Belastung für die psychische Gesundheit dar, wodurch auch die Nachfrage nach Psychotherapie steigt. Psychotherapeutische Sitzungen finden traditionell in persönlichen Kontakten statt, welche in Pandemiezeiten möglichst auf ein Minimum beschränkt werden sollen. Zu Beginn der COVID-19 Pandemie kam es zu einem starken Umstieg auf Therapieformate auf Distanz (insb. Videotelefonie, Sprachtelefonie). Ein Jahr nach Beginn der COVID-19 Pandemie konnte in Österreich jedoch wieder ein starker Trend zurück zum klassischen Setting im persönlichen Kontakt festgestellt werden. Ob sich dieser Trend im letzten Pandemiejahr weiter fortgesetzt hat, oder aufgrund neuer, ansteckenderer Varianten, wieder verstärkt auf Online-Formate umgestiegen wurde, ist bisher nicht bekannt. Veränderungen im Format in dem therapeutische Leistungen angeboten werden, sowie die gesteigerte Nachfrage nach Diensten im Bereich der psychischen Gesundheitsversorgung, erhöhen auch die Anforderungen, die an Psychotherapeut_innen und klinische Psycholog_innen gestellt werden. Welche Auswirkungen die Pandemie und die damit einhergehenden beruflichen Belastungen auf die im Bereich der psychischen Gesundheitsversorung tätigen Personen selbst hat, ist kaum bekannt. Das Ziel der vorliegenden Studie ist es daher, Psychotherapeut_innen nach ihrer aktuellen Arbeitssituation in der aktuellen COVID-19-Situation zu befragen. Ein Schwerpunkt wird neben dem Therapieformat v.a. auf deren psychisches Befinden gelegt. Da klinische Psycholog_innen unter anderem im Bereich der klinisch-psychologischen Behandlung von Verhaltensstörungen, psychischen Veränderungen und Leidenszuständen tätig sind, wird diese Berufsgruppe in der vorliegenden Studie miteinbezogen. Konkrete Fragestellungen der Studie sind: - Wie erleben klinische Psycholog_innen und Psychotherapeut_innen die berufliche Tätigkeit in Zeiten von COVID-19? - Wie sind Stress-Level, Wohlbefinden und arbeitsbezogenes Sinnerleben bei klinischen Psycholog_innen und Psychotherapeut_innen in Zeiten von COVID-19? Unterscheiden sich diese von der Allgemeinbevölkerung und gibt es Aspekte, die darauf Einfluss nehmen (z.B. Selbstständigkeit)? - Gibt es Unterschiede in der Berufsausübung (z.B. Frequenz der Sitzungen, therapeutische Allianz, Anteil von Sitzungen auf Distanz vs. Sitzungen im persönlichen Kontakt) zwischen Psychotherapeut_innen und klinischen Psycholog_innen? - Gibt es Unterschiede im Stress-Level, Wohlbefinden und im arbeitsbezogenen Sinnerleben zwischen Psychotherapeut_innen und klinischen Psychologinnen? Zur Beantwortung dieser Forschungsfragen wird eine Online-Umfrage mit der an der Universität für Weiterbildung gehosteten REDCap Plattform (CoreFacility) erstellt. Ein Link zu der Online-Umfrage wird an alle in der offiziellen Liste des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschuzt eingetragenen Psychotherapeut_innen sowie klinischen Psycholog_innen gesandt. Um Veränderungen im zeitlichen Verlauf untersuchen zu können, ist eine Nacherhebung in ca. 1 Jahr mit denselben Fragen geplant. Durch die wiederholten Messungen, wird ermöglicht berufliche Herausforderungen bei Psychotherapeut_innen und klinischen Psycholog_innen während unterschiedlicher Zeiten der COVID-19 Pandemie abzubilden.

Details

Projektzeitraum 01.03.2022 - 31.12.2023
Department

Department für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Projekt­verantwortung (Universität für Weiterbildung Krems) Assoziierte(r) Prof. Priv.-Doz.Dr.Dipl.-Ing. Elke Humer, MSc BEd Bakk.
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