22.03.2026

Vom 17. bis 19. März 2026 traf sich das INACO-Partnerkonsortium am Balaton in Ungarn, um gemeinsam an innovativen Ansätzen für den Schutz von Kultur- und Naturerbe vor den Auswirkungen des Klimawandels zu arbeiten. Das transnationale Treffen kombinierte Standortbesichtigungen, strukturierte Trainingsformate und praxisorientierte Workshops und stellte einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zur Stärkung der Resilienz von Kulturerbestätten in Mitteleuropa dar.

 

Den Auftakt bildete eine Exkursion zum INACO‑Pilotstandort in Fonyód, wo die Teilnehmenden klimabedingte Risiken unmittelbar vor Ort analysieren konnten. Besonders eindrucksvoll war die Hochuferlandschaft, die durch Erosion, Hangrutschungen und zunehmende Wetterextreme geprägt ist und sich bis heute dynamisch verändert. Die geologischen Gegebenheiten machen das Gebiet weiterhin anfällig für plötzliche Abbrüche und Bodenbewegungen – insbesondere nach Starkregen oder ungewöhnlichen klimatischen Ereignissen.
Dabei wurde deutlich, dass nicht nur das Naturerbe betroffen ist: Entlang des Hochufers befinden sich auch historische Villen, die aufgrund ihrer exponierten Lage ebenfalls Risiken ausgesetzt sind. Diese enge räumliche Verflechtung von Naturraum und gebauten Strukturen verdeutlicht die besondere Vulnerabilität der gesamten Kulturlandschaft.

Die vor Ort gewonnenen Eindrücke zeigten eindrücklich, wie stark natürliche Prozesse und klimatische Veränderungen die Gefährdung von Kultur- und Naturerbestätten beeinflussen und wie wichtig eine vorausschauende, integrierte Risikoanalyse ist. Ergänzt wurde das Programm durch Besuche kultureller Schlüsselstandorte wie dem Schloss Festetics in Keszthely, wodurch die Verbindung von Naturraum und kulturellem Erbe weiter vertieft und in einen breiteren regionalen Kontext eingeordnet wurde.

INACO PP-Meeting Balaton

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Innovative Werkzeuge im Praxistest

Ein zentraler Schwerpunkt des Treffens lag auf der praktischen Anwendung und Validierung der im Projekt entwickelten digitalen Tools, darunter das Risk Mapping Tool sowie die CNH‑Care Plattform. In mehreren strukturierten Trainings- und Übungseinheiten arbeiteten die Projektpartner_innen in Gruppen an realitätsnahen Fallstudien und wendeten innovative Methoden zur Bewertung von Gefährdung, Vulnerabilität und Risiko an.

Die im Rahmen des Treffens getesteten Tools befinden sich bereits in einer fortgeschrittenen Entwicklungsphase. So wurde das Risk Mapping Tool fertiggestellt und steht ebenso wie die CNH‑Care Anwendungen aktuell in einem mehrstufigen Testprozess, der sowohl interne Projektpartner_innen als auch externe Fachakteure einbindet.

Die praxisnahe Erprobung ermöglichte es, die Werkzeuge unter realen Bedingungen zu testen und gezielt weiterzuentwickeln. Besonders wertvoll war dabei die aktive Einbindung externer Stakeholder, die ihre Erfahrungen und Anforderungen einbrachten. Dieses Feedback stellt sicher, dass die entwickelten Lösungen den Bedürfnissen von Behörden, Gemeinden und Kulturerbeinstitutionen entsprechen.

INACO PP-Meeting Balaton

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Austausch, Zusammenarbeit und neue Perspektiven

Das Treffen am Balaton bot nicht nur Raum für fachliche Weiterentwicklung, sondern auch für intensiven Austausch und Vernetzung zwischen den Projektpartner_innen. Expert_innen aus Forschung, öffentlicher Verwaltung sowie dem Kulturerbebereich arbeiteten eng zusammen und entwickelten gemeinsame Perspektiven für den Umgang mit klimabedingten Risiken.
Die Kombination aus Feldbeobachtungen, innovativen Trainingsformaten und kollaborativer Entwicklung erwies sich als besonders wirkungsvoll, um komplexe Herausforderungen zu analysieren und in konkrete Lösungsansätze zu überführen.

 

Übergang in die finale Projektphase

Mit dem erfolgreichen Treffen am Balaton tritt das INACO-Projekt in seine abschließende Umsetzungsphase ein. Aufbauend auf der bisherigen internen Testphase folgt nun eine weitere transnationale Teststufe unter Einbindung von Fachbehörden und lokalen Stakeholdern in allen Partnerländern. Die bisherigen Ergebnisse bilden damit die Grundlage für die finale Validierung und Anpassung der entwickelten Tools und Risikomanagementansätze.
Ziel ist es, die Ergebnisse nachhaltig in die Praxis zu übertragen und die Resilienz von Kultur- und Naturerbestätten langfristig zu stärken.

INACO PP-Meeting Balaton
©
Michaela Kukula

Ein wichtiger Schritt für den Kulturerbeschutz von morgen

Das INACO-Partnermeeting hat eindrucksvoll gezeigt, wie bedeutend internationale Zusammenarbeit, praxisorientiertes Lernen und innovative Methoden für den Umgang mit den Herausforderungen des Klimawandels sind. Die inspirierende Umgebung des Balatons bot dabei den idealen Rahmen, um neue Ideen zu entwickeln, Wissen auszutauschen und konkrete Lösungen zu erarbeiten.


 

INACO

Das Projekt entwickelt transnationale Strategien, integrierte webbasierte Lösungen und Risikomanagementpläne, um die Widerstandsfähigkeit mitteleuropäischer Regionen gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels auf das Kultur- und Naturerbe in Flusseinzugsgebieten zu verbessern.


 

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