03.05.2026

Am 23. und 24. April 2026 kamen Projektpartner_innen, strategische Partnerorganisationen und externe Expert_innen aus zehn Donauländern in Novi Sad, Serbien, zusammen. Ziel des ersten transnationalen Expert_innen- und Vernetzungstreffens von ROMAN LEGACY war die gemeinsame Entwicklung einer Europäische Kulturroute, die das römische Erbe entlang der Donau sichtbar macht und die gemeinsame Geschichte der Donauregion grenzüberschreitend erfahrbar werden lässt.


Rund 70 Teilnehmende aus Deutschland, Österreich, Tschechien, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Serbien, Montenegro, Bulgarien und Rumänien brachten ihre Expertise aus Archäologie, Geschichte, Kulturerbemanagement, Tourismus, Digitalisierung und öffentlicher Verwaltung ein. Die Vielfalt der Perspektiven spiegelte den transnationalen und interdisziplinären Ansatz des Projekts wider.

ROMAN LEGACY Transnational Expert Meeting Novi Sad

ROMAN LEGACY Transnational Expert Meeting Novi Sad

ROMAN LEGACY Transnational Expert Meeting Novi Sad

ROMAN LEGACY Transnational Expert Meeting Novi Sad

ROMAN LEGACY Transnational Expert Meeting Novi Sad

Gemeinsame Vision für den Donaulimes

Eröffnet wurde das Treffen von den serbischen Gastgeberorganisationen, dem Provincial Secretariat for Regional Development, Interregional Cooperation and Local Self-Government und der Faculty of Technical Sciences, University of Novi Sad. Beide Partnerorganisationen betonten die Bedeutung grenzüberschreitender Zusammenarbeit für den Schutz und die Vermittlung des gemeinsamen kulturellen Erbes der Donauregion.

Anschließend stellte das Zentrum für Kulturgüterschutz der Universität für Weiterbildung Krems als Lead Partner die Ziele und nächsten Schritte von ROMAN LEGACY vor. Im Fokus steht die Entwicklung einer Europäischen Kulturroute, die den römischen Donaulimes als gemeinsames europäisches Erbe erlebbar macht und die zahlreichen Orte, Geschichten und Akteur_innen entlang der Donau miteinander verbindet.

Dabei wurde auch die Bedeutung eines starken und langfristig tragfähigen Netzwerks hervorgehoben. Eine erfolgreiche Kulturroute entsteht nicht allein durch historische Stätten, sondern durch die Zusammenarbeit der Institutionen, Fachleute und Regionen, die sie gemeinsam gestalten und weiterentwickeln.

Mit dem interaktiven Kennenlernformat „Human Bingo“ hatten die Teilnehmenden bereits zu Beginn die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen und sich über Länder- und Fachgrenzen hinweg auszutauschen – ein wichtiger erster Schritt für die weitere Zusammenarbeit innerhalb des Projektnetzwerks.

ROMAN LEGACY Transnational Expert Meeting Novi Sad

ROMAN LEGACY Transnational Expert Meeting Novi Sad

ROMAN LEGACY Transnational Expert Meeting Novi Sad

ROMAN LEGACY Transnational Expert Meeting Novi Sad

Von bestehenden Kulturrouten lernen

Wie entsteht eine erfolgreiche Europäische Kulturroute?
Mit dieser Frage beschäftigten sich mehrere Fachbeiträge zu den Kulturrouten des Europarats. Vertreterinnen des Archaeological Museum Zagreb gaben Einblicke in den Zertifizierungsprozess sowie in die praktische Arbeit bestehender Kulturrouten und erläuterten die Anforderungen, die für eine erfolgreiche Anerkennung erfüllt werden müssen. Die Beiträge zeigten, wie eng kulturelles Erbe, europäische Werte, internationale Zusammenarbeit und nachhaltiger Tourismus miteinander verbunden sind.

Anschließend präsentierte das Universalmuseum Joanneum die Iron Age Danube Route als Best-Practice-Beispiel. Die Erfahrungen dieses Netzwerks verdeutlichten, wie wichtig eine klare thematische Ausrichtung, engagierte Partnerorganisationen und ein langfristiger gemeinsamer Ansatz für den Erfolg einer transnationalen Kulturroute sind.


Digitale Zugänge zum Kulturerbe

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der digitalen Vermittlung des kulturellen Erbes. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege stellte die Weiterentwicklung der LIMES mobil App vor, die künftig auf weitere Regionen entlang der Donau ausgeweitet werden soll.

Die Anwendung soll Besucher_innen dabei unterstützen, historische Orte digital zu erschließen und die Geschichte des Donaulimes auf neue Weise zu erleben. Gleichzeitig eröffnet sie den beteiligten Regionen die Möglichkeit, eigene Inhalte einzubringen und ihre Kulturerbestätten in einen gemeinsamen transnationalen Kontext zu stellen.


Gemeinsam eine Erzählung für die Donauregion entwickeln

Den inhaltlichen Kern des Treffens bildete die gemeinsame Arbeit an der zukünftigen Kulturroute. In Workshops und Arbeitsgruppen diskutierten die Teilnehmenden, welche Themen und Botschaften die Kulturroute künftig vermitteln soll und welche Aspekte des römischen Erbes die Donauregion bis heute verbinden.

Im Mittelpunkt standen nicht nur archäologische Denkmäler und historische Ereignisse, sondern auch Fragen von Mobilität, kulturellem Austausch, Identität und europäischer Zusammenarbeit. Dabei spielte auch die Frage eine zentrale Rolle, wie ein gemeinsames Leitthema entwickelt werden kann, das die unterschiedlichen Perspektiven der beteiligten Länder verbindet und zugleich die Anforderungen des Europarats erfüllt.

Aus den Diskussionen entstand eine gemeinsame Perspektive: Der römische Donaulimes wurde nicht nur als historisches Grenzsystem betrachtet, sondern als Raum der Begegnung, der Vernetzung und des Austauschs. Damit eröffnet er die Möglichkeit, historische Entwicklungen mit aktuellen europäischen Themen zu verknüpfen und das gemeinsame Erbe der Donauregion aus einer grenzüberschreitenden Perspektive zu vermitteln.

Darüber hinaus unterstrichen die Ergebnisse der Arbeitsgruppen das Potenzial der Kulturroute, kulturelle Identität, nachhaltigen Tourismus und regionale Entwicklung miteinander zu verbinden.

ROMAN LEGACY Transnational Expert Meeting Novi Sad

ROMAN LEGACY Transnational Expert Meeting Novi Sad

Auf den Spuren des antiken Sirmium

Am zweiten Veranstaltungstag führte ein gemeinsames Exkursionsprogramm nach Sremska Mitrovica, dem antiken Sirmium. Die Stadt gehörte zu den bedeutendsten Zentren des spätrömischen Reiches und zählt heute zu den wichtigsten archäologischen Stätten der Region.

Bei Führungen durch die Überreste des Kaiserpalastes und das Lapidarium erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Geschichte des Ortes und seine Bedeutung innerhalb des römischen Donaulimes. Die Exkursion schlug eine direkte Brücke zwischen den Diskussionen des Vortages und den historischen Orten, die künftig Teil der Europäischen Kulturroute sein könnten.

Zugleich bot das gemeinsame Programm Gelegenheit für vertiefende Gespräche und die weitere Vernetzung der Teilnehmenden.


Ein wichtiger Schritt für ROMAN LEGACY

Das erste transnationale Expert_innen- und Vernetzungstreffen in Novi Sad markiert einen wichtigen Meilenstein für ROMAN LEGACY. Die Veranstaltung brachte Fachwissen, Erfahrungen und Perspektiven aus dem gesamten Donauraum zusammen und stärkte das Netzwerk, das die zukünftige Kulturroute tragen wird.

Mit den in Novi Sad entwickelten Ideen, geknüpften Kontakten und erarbeiteten Grundlagen wurde ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer Europäischen Kulturroute entlang des Donaulimes gesetzt. Die Diskussionsergebnisse fließen nun in die nächsten Projektphasen ein und tragen dazu bei, das römische Erbe der Donauregion als gemeinsames europäisches Kulturerbe sichtbar, erlebbar und nachhaltig zugänglich und nutzbar zu machen.


 

 

ROMAN LEGACY

Ziel des Projektes ist die Etablierung einer Kulturroute als Teil einer größeren Themenregion entlang des Donaulimes, der als gemeinsames europäisches Erbe mehrere europäische Länder verbindet und die Einreichung dieser Route zur Zertifizierung als Kulturroute des Europarates.

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