Am 26. März 2026 fand im historischen Ambiente des Schlosses Mikulov ein grenzüberschreitendes Expert_innen- und Netzwerktreffen im Rahmen des Projekts Roman Trails statt. Die Veranstaltung brachte Projektpartner_innen sowie Fachleute aus Archäologie, Tourismus und Kulturvermittlung aus Österreich und Tschechien zusammen und bot eine zentrale Plattform für lebendigen Austausch über Grenzen hinweg sowie für die gemeinsame Vision, das römische Erbe der Region neu erlebbar zu machen.
Organisiert vom Institut für Archäologie der Tschechischen Akademie der Wissenschaften, Brünn (ARUB) in Kooperation mit dem Zentrum für Kulturgüterschutz, verfolgte das Treffen das Ziel, aktuelle Projektergebnisse zu präsentieren und zugleich die Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg weiter zu intensivieren.
Diese Vernetzungsformate sind zentral für Roman Trails, da sie unterschiedliche Perspektiven aus Wissenschaft, Praxis und regionaler Entwicklung zusammenbringen und damit Raum für ein gemeinsames Weiterdenken eröffnen:
Welche Geschichten lassen sich entlang der römischen Spuren zwischen Weinviertel und Südmähren erzählen? Wie können digitale Technologien diese Geschichten für unterschiedliche Zielgruppen erlebbar machen? Und wie entstehen daraus touristische Angebote, die gleichermaßen fundiert wie ansprechend sind?



Einen zentralen Impuls lieferte die Präsentation von Balázs Komoróczy (ARUB), der erste Ergebnisse einer grenzüberschreitenden Datenerhebung zum touristischen Potenzial des römischen Erbes der gemeinsamen Region vorstellte. Diese Analyse bildet eine wesentliche Grundlage für die weitere Entwicklung von Besucher_innenangeboten.
Daran anschließend wurden aktuelle Fortschritte im Bereich Digitalisierung präsentiert, insbesondere mit Blick darauf, wie moderne Technologien dazu beitragen können, archäologische Inhalte anschaulich, interaktiv und für ein breites Publikum zugänglich zu machen – ein Themenfeld, das unter anderem von Marek Vlach (ARUB) näher beleuchtet wurde.
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zum FactsheetKonkrete Gestalt nahmen die Präsentationen bei der Vorstellung möglicher Routenführungen (Roman Trails) an:
Sechs thematische Vorschläge zeigten, wie Besucher_innen künftig auf den Spuren der Römer durch die Region reisen können – nicht als Abfolge einzelner Orte, sondern als zusammenhängendes, grenzüberschreitendes Erlebnis. Diese Trails bilden einen zentralen Baustein des Projekts und verdeutlichen das große Potenzial einer koordinierten touristischen Erschließung, die historische Stätten in einen gemeinsamen narrativen Kontext stellt.

Neben strategischen und konzeptionellen Blickwinkeln rückte auch die Frage in den Fokus, wie diese Inhalte vermittelt werden können. Pavla Růžičková (ARUB) stellte hierzu innovative und bewusst niedrigschwellige Ansätze für Römerevents vor, die auf Anschaulichkeit, Interaktion und Erlebnis setzen. Besonders greifbar wurde dieser Zugang bei der Vorstellung des Pilotevents „Die Römer hautnah“ durch Mona Baumgarten (Kulturvermittlerin), das neue, partizipative Formen der Kulturvermittlung erproben und Besucher_innen einen unmittelbaren Zugang zur Geschichte ermöglichen soll.



Das Netzwerktreffen in Mikulov war damit weit mehr als ein klassischer Projekttermin:
Es bot Raum für Austausch, Inspiration und die gemeinsame Weiterentwicklung zentraler Projektansätze. Durch die enge Zusammenarbeit von Expert_innen, Institutionen und regionalen Akteur_innen entstehen im Projekt Roman Trails wichtige Grundlagen für eine nachhaltige Inwertsetzung des kulturellen Erbes – mit dem Ziel, dieses sowohl für die lokale Bevölkerung als auch für Besucher_innen langfristig sichtbar, nutzbar und erlebbar zu machen.
Roman Trails
Das Projekt konzentriert sich auf die Schaffung einer gemeinsamen, grenzübergreifenden Themenregion der Gebiete Südmährens und Niederösterreichs nördlich der Donau (Weinviertel), die auf der - in der Öffentlichkeit wenig bekannten - römischen Geschichte nördlich der Donau basiert und interaktive (Weit-)Wander- & Radwege entlang der Spuren der römischen Vergangenheit etabliert.
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