Am 21. Mai 2026 startete der „Lehrgang Baukultur“ mit seinem ersten themenspezifischen Modultag. Es war der Beginn einer ganzen Reihe von Spezialmodultagen, die über das gesamte Jahr 2026 an der Universität für Weiterbildung Krems abgehalten werden. An der Entwicklung des vom Bundesministerium für WKMS initiierten Lehrgangs war das Research Lab Nachhaltiges Baukulturelles Erbe maßgeblich beteiligt; Ebenso an der Organisation und Durchführung des mit großem Interesse erwarteten Thementages „Lebensraumgestaltung“.
Persönlichkeiten aus Gemeindepolitik, der Verwaltung, von unterschiedlichen Baufachgebieten wie auch aus der interessierten Öffentlichkeit nutzten die Gelegenheit, sich praxisnah und fachlich fundiert mit der Thematik der Ausgestaltung und Organisation von belebten, öffentlichen Räumen auseinanderzusetzen.
Praxis, Fachplanung und Wissenschaft vereint
Ein Bezug zu aktuellen Fragestellungen in der Praxis, die Vertretung von Fachleuten wie auch der Wissenschaft sind ein Anliegen des Lehrgangs. So erfolgte die fachliche Auseinandersetzung mit dem Thema in Form von Vorträgen, Fragerunden und einer Exkursion zur Dominikanerkirche in der Stadt Krems. Diözesanbaumeister Arch. Dipl.-Ing. Philipp Orange erörterte am Beispiel von Bauten der Kirche die Relevanz identitätsstiftender Bauten auf die Ortsentwicklung und gewährte einen Einblick einer im Herbst erscheinenden Publikation der Österreichischen Bischofskonferenz. Der von repräsentativen und auch bescheidenen Einzelobjekten ausgehende Impuls auf die Ortsgestaltung und -entwicklung wurde von Ing. arch. Peter Morgenstein, Ph.D. und Univ.-Prof. Dr. Dr.h.c. Christian Hanus vom Research Labs Nachhaltiges Baukulturelles Erbe der Universität für Weiterbildung Krems am Beispiel erfolgreich umgesetzter Beispiele vertieft. Schon die baukulturelle Adaptierung eines Kleinobjekts kann die Revitalisierung einer ganzen Ortschaft bewirken, und das, obwohl das Bauen und Sanieren in baukulturell sensibler Umgebung besondere Herausforderungen für alle Beteiligten mit sich bringt. Einen Fokus von Klimawandelfolgen auf die bebaute Umwelt legten Arch. Dipl.-Ing. Daniela Allmeier und Dipl.-Ing. Daniel Zimmermann von KlimaKonkret stellten und Lösungsansätze für klimatisch behaglichkeitsfördernde Raumentwicklung und Prozessbegleitung vor. Zu möglichen wirksamen Maßnahmen können auch Bäume und das Prinzip der Schwammstadt einen wertvollen Beitrag leisten.
Die Projektvision der Stadt Krems zur Entwicklung der Dominikanerkirche diente der Veranschaulichung vermittelter Lehrinhalte. Kremser Bürgermeister Mag. Peter Molnar empfing die Lehrgangsgruppe und stellte seine Ideen zum genannten Bauwerk nach erfolgter Führung mit fachlichen und historischen Erläuterungen den Leiter der Kulturamts Mag. Gregor Kremser, Ph.D. vor. Schliesslich stellte Architekt Dipl.-Ing. Thomas Schwed, Geschäftsführer hochform Architekten, die Studien und Überlegungen zum Projektvorhaben vor. Fachlich unterstützt wurde der Nachmittag von Doris Denk, BA vom Kulturamt der Stadt Krems. In eindrucksvoller Weise wurde veranschaulicht, wie die Transformation denkmalgeschützter und baukulturell wertvoller Bausubstanz in eine zeitgemäße Gebäudequalität und adäquate Nutzung gelingen kann. Zum Abschluss des Tages lud Bürgermeister Molnar zu einem Umtrunk mit bestens zu empfehlendem Kremser Stadtwein ein.
Breiter thematischer Zugang dank Konsortium
Initiiert wurde das Projekt vom Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport. Für die Entwicklung und Umsetzung zeichnet sich ein Konsortium verantwortlich, bestehend aus dem Research Lab Nachhaltiges Baukulturelles Erbe der Universität für Weiterbildung Krems, der Niederösterreichischen Dorf- und Stadterneuerung, der Ziviltechnikerkammer für Wien, Niederösterreich und Burgenland sowie dem ORTE Architekturnetzwerk Niederösterreich. Der Verein Klimakonkret ist als Kooperationspartner eingebunden.
Ergründung aktuelle Fragestellungen anhand von Praxisbeispielen
Bis Dezember 2026 folgen im Rahmen des Lehrgangs Baukultur sieben weitere themenspezifische Tagesmodule. Diese verbinden Lehrveranstaltungen an der Universität für Weiterbildung Krems mit Exkursionen in Gemeinden und Regionen und ermöglichen so eine direkte Verknüpfung von Theorie und Praxis.
Der Lehrgang richtet sich insbesondere an Persönlichkeiten aus Kommunalpolitik und -verwaltung, Planung und Baurealisation, Regionalentwicklung, Energieberatung und Denkmalpflege. Auch interessierte Personen aus der Zivilgesellschaft können teilnehmen.