Prädiabetes beeinträchtigt kognitive Leistungsfähigkeit

Eine Studie der Donau-Universität Krems zeigt, dass ein leicht erhöhter Zuckerspiegel sich bereits negativ auf die kognitive Leistungsfähigkeit auswirkt

11.05.2018

Das Department für Neurowissenschaften untersuchte im Zuge des länderübergreifenden EU-Projektes e-Predice wie sich ein erhöhter Blutzucker (Prädiabetes) auf die kleinen Blutgefäße, Nerven und das Gehirn auswirkt. Die Studie zeigt, dass rund ein Viertel der StudienteilnehmerInnen mit erhöhtem Zuckerspiegel bereits eine verminderte geistige Leistungsfähigkeit aufweisen.

Diabetes ist ein Risikofaktor für Gefäßerkrankungen und kann zu Demenz, Schlaganfällen, Herzinfarkten und auch zu Schädigungen der kleinen Gefäße in den Augen, Nieren und Nerven führen. Es zeigte sich, dass DiabetikerInnen, die älter als 70 Jahre alt sind und nicht an Demenz leiden, im Vergleich zu gesunden älteren Personen häufiger leichte kognitive Einschränkungen zum Beispiel in der Verarbeitungsgeschwindigkeit aufweisen.

Das Department für klinische Neurowissenschaft und Präventionsmedizin unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Michael Brainin untersuchte im Rahmen des Projektes Early Prevention of Diabetes Complications in People with Hyperglycaemia in Europe (e-Predice) Personen mit erhöhten Zuckerspiegel (Prädiabetes). Im Detail erhob die Studie, ob bereits vor der Entwicklung eines manifesten Diabetes diabetische Komplikationen wie die Schädigung der Nieren, Augen und Nerven sowie der Abbau der geistigen Fähigkeiten durch einen gesunden Lebensstil und Medikamente verhindert werden können.

Verminderte Leistungsfähigkeit bei einem Viertel der ProbandInnen
Die länderübergreifende Studie umfasst derzeit 805 Personen aus Bulgarien, Griechenland, Österreich, Polen, Serbien, Spanien, Türkei und Australien.

„Die vorläufigen Analysen zeigen, dass Personen mit einem erhöhten Zuckerspiegel bereits kleine Gefäßschädigungen aufweisen. Rund ein Viertel der TeilnehmerInnen haben eine leicht verminderte Leistungsfähigkeit bei der kognitiven Flexibilität oder beim Planen, im Vergleich zu gleichaltrigen und gesunden Personen“, so Dr. Yvonne Teuschl, Assistenzprofessorin für Klinische Neurowissenschaften und Präventionsmedizin an der Donau-Universität Krems.

Lebensstil-Änderung und Medikamente als Prävention
Um diabetische Komplikationen zu verhindern und das Risiko an Diabetes zu erkranken vorzubeugen, erhielten alle TeilnehmerInnen im Rahmen der Studie eine Lebensstil-Änderung und eine medikamentöse Behandlung. Die Interventionen dauern zwei Jahre und umfassen einen Plan für regelmäßige Bewegung und eine Ernährungsberatung. Nach der Intervention nehmen die an der Studie beteiligten Personen an einer vier Jahre dauernden weiterführenden Beobachtung ihres Gesundheitszustandes teil.

Die vorläufigen Ergebnisse zeigen, dass die TeilnehmerInnen sich gesünder ernähren, mehr Bewegung machen, das Körpergewicht reduzieren, sowie die Cholesterin-Werte senken konnten. Die Wirksamkeit der unterschiedlichen Medikamente zur Verhinderung von diabetischen Komplikationen und des geistigen Abbaus muss aber noch analysiert werden.

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