Spielerisches Lernen macht Eltern zu MINT-Coaches

An der Donau-Universität Krems wird geforscht, wie Eltern Kindern bei Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik Zugänge eröffnen

20.09.2019

Die Mangelberufsliste 2018 zeigt immer noch Lücken im Bereich Informatik und Ingenieurswissenschaften. Obwohl die Berufsaussichten in naturwissenschaftlich-technischen Branchen sehr gut sind, lassen sich zu viele Jugendliche von den Fächern abschrecken. Das Forschungsprojekt E-MINT untersucht, welchen Einfluss Eltern nehmen und wie sich Eltern im MINT-Bereich weiterbilden können, um Interessen an diesen Zukunftsthemen zu wecken.

Die meisten Studien im Bildungsbereich beschäftigen sich mit der Situation von Lernenden oder jener der Lehrenden. Der Schulkontext wird dabei von den verschiedensten Blickwinkeln erforscht, und doch bleibt oftmals ein blinder Fleck bei den Untersuchungen in Bildungsfragen: die Eltern. Die technisch-naturwissenschaftlichen Fächer stehen bei vielen im Ruf „schwierig und kompliziert“ zu sein. Gleichzeitig werden unter anderem Künstliche Intelligenz, Robotik und Deep Learning, spezielle künstliche neuronale Netze, in der Zukunft insbesondere in der Wirtschaft eine wachsende Rolle spielen. Um an diesen technologischen Innovationen partizipieren zu können, sind fundierte Kenntnisse im MINT-Bereich unverzichtbar.

Erwachsene für technische Grundlagen begeistern

Hier setzt das Forschungsprojekt E-MINT vom Zentrum für Angewandte Spieleforschung an, in dem ein umfassendes Angebot für Eltern sowie andere für Kinder und Jugendliche wichtige Erwachsene entwickelt wird. Ziel ist es, Eltern dabei zu unterstützen, ihre wesentliche Rolle als „MINT TüröffnerInnen“ wahrzunehmen. So sollen Kompetenzen aufgebaut werden, die Eltern benötigen, um als positive Vorbilder, Coaches oder MentorInnen für ihre Kinder zu wirken. Gelingen soll dies durch einen spielerischen und handlungsorientierten Ansatz, welcher auf Storytelling-Elemente, Nudging und Lernalgorithmen setzt.

Zu den Zielen des Projekts zählt Bewusstseinsarbeit, welche Rolle der MINT-Bereich im beruflichen Werdegang spielen wird und welche Genderrelevanz hier gegeben ist. Eltern sollten in die Lage gebracht werden, sich selbständig Wissen rund um MINT anzueignen und gezielt Interessen bei ihren Kindern zu wecken. So soll mittelfristig eine Perspektive in den MINT-Kernberufen gezeigt und langfristig dem Fachkräftemangel begegnet werden.

Räume der Wissensvermittlung

Konkret werden im Projekt sogenannte „Spaces“ für die Eltern entwickelt. In den „Info-Spaces“ wird auf digitalem Weg über eine Online Plattform Bewusstsein geschaffen und Wissen vermittelt. Die Maker-Spaces dienen dem Ausprobieren und Tun vor Ort und ermöglichen den persönlichen Austausch. „Futurespaces“ werden entwickelt, um die Wirkungsweisen der Themenfelder Künstliche Intelligenz, Virtuelle Realität, Robotik, Mobilität, Big-Data und das Internet der Dinge in einem Planspiel erlebbar zu machen.

Um die Akzeptanz und Wirksamkeit des Angebots bei der Zielgruppe zu gewährleisten, werden Familien aktiv als „Kontroll- und Feedback-Gruppe“ in den Prozess der Entwicklung eingebunden. Zusätzlich ist ein breit angelegter Pilottest geplant, begleitet von laufenden Qualitätssicherungsprozessen sowie Gender Monitoring. „Im Projekt haben wir uns zur Aufgabe gemacht, das doch recht komplexe Themenfeld in attraktiven und spielerischen Settings an die Eltern heranzutragen. So sollen Berührungspunkte geschaffen, Wissen generiert und vor allem auch Rollenstereotype abgebaut werden“, erklärt die Projektverantwortliche Mag. Natalie Denk, MA.

 

Projekt: E-MINT
Projektzeitraum: 01.06.2019–31.05.2021
Fördergeber: FFG
Department: Kunst- und Kulturwissenschaften
Projektverantwortliche: Mag. Natalie Denk, MA
Projektpartner: ovos media gmbh, MOVES – Zentrum für Gender und Diversität, Otelo eGen, Österreichische Computer Gesellschaft

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