Psychotherapie auf Distanz: Chancen und Herausforderungen

Eine Studie der Donau-Universität Krems in Kooperation mit dem ÖBVP zeigt, dass PsychotherapeutInnen die Teletherapie großteils positiv bewerten

19.10.2020

Um die psychotherapeutische Versorgung auch in Pandemiezeiten zu gewährleisten, wird weltweit verstärkt Therapie auf Distanz, d. h. via Internet oder Telefon, eingesetzt. Aktuelle Studien zeigen, dass die Erfahrungen der PsychotherapeutInnen beim Umstieg auf diese Therapieformate großteils positiver waren als erwartet. Trotzdem ist laut den TherapeutInnen die Psychotherapie auf Distanz nicht mit der persönlichen Therapie vergleichbar.

Aufgrund von COVID-19 wurden in Österreich, vor allem in der Zeit der Ausgangsbeschränkungen, Psychotherapien in persönlicher Anwesenheit verstärkt durch Psychotherapien auf Distanz ersetzt.
Univ.-Prof. Dr. Thomas Probst, Department für Psychotherapie und Biopsychosoziale Gesundheit, führte gemeinsam mit dem österreichischen Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) eine Online-Umfrage durch. Über 1.500 PsychotherapeutInnen beantworteten Fragen zu den Veränderungen der Psychotherapie-Angebote während der COVID-19-Ausgansbeschränkungen.  Die Online-Umfrage zeigte, dass PsychotherapeutInnen von Psychotherapie auf Distanz positiv überrascht waren und die tatsächlichen Erfahrungen mit Psychotherapie über Telefon oder Internet positiver waren als frühere Erwartungen diesbezüglich.

„Trotz dieser positiven Erfahrungen zeigt die Umfrage, dass die PsychotherapeutInnen in Psychotherapie auf Distanz nicht 1:1 vergleichbar therapeutisch arbeiten können wie in persönlicher Anwesenheit. Dennoch gehe ich davon aus, dass Teletherapie auch in Zukunft angewendet wird. Die Therapieform bietet zum Beispiel bei großen räumlichen Distanzen Vorteile“, so der Experte für Psychotherapiewissenschaft, Thomas Probst.

Ausnahmesituation auch für PsychotherapeutInnen

Während der COVID-19-Ausgansbeschränkungen hatten auch einige PsychotherapeutInnen einen erhöhten Stresslevel. „Die Ergebnisse zeigten, dass PsychotherapeutInnen besonders gestresst waren und berufsbezogene Ängste hatten, wenn die therapeutische Tätigkeit die einzige Einnahmequelle darstellt. Hingegen war die Angst sich während der Psychotherapie vor Ort mit COVID-19 zu infizieren umso niedriger, je besser die empfohlenen Sicherheitsmaßnahmen der Regierung umgesetzt werden konnten“, erklärte Ass. Prof. Priv.-Doz. Dr. Elke Humer, Department für Psychotherapie und Biopsychosoziale Gesundheit.

Allerdings war der Stresslevel der PsychotherapeutInnen, laut Studienergebnissen, nicht von der Therapieart während der Ausgangsbeschränkungen abhängig. Es gab also keine Unterschiede beim Stresserleben der TherapeutInnen, die nur im persönlichen Kontakt therapierten, die sowohl im persönlichen Kontakt als auch auf Distanz therapierten, die nur auf Distanz therapierten und jenen, die während der Ausgangsbeschränkungen keine Psychotherapien durchführten.

 

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