Soziale Isolation und Einsamkeit bei älteren Menschen in Niederösterreich: Schritte zu einer evidenzinformierten gesundheits-förderlichen und präventiven Praxis

Beschreibung

Von sozialer Isolation und Einsamkeit Betroffene Personen haben ein höheres Sterblichkeitsrisiko, sie leiden häufiger an physischen und psychischen Erkrankungen, z. B. kardiovaskuläre Erkrankungen (Leigh-Hunt et al., 2017). 37 % aller Menschen lebten 2018 in Österreich allein und die Tendenz ist steigend. Diese Personen sind besonders betroffen von sozialer Isolation und/oder Einsamkeit. Vor allem Personen über 65 Jahre leben alleine (51 % aller Personen 65 Jahre oder älter) (Statistik Austria, 2018) und sind von sozialer Isolation und Einsamkeit besonders betroffen. Ziel des Forschungsprojektes ist es, das beste verfügbare Wissen zur Verfügung zu stellen und einen evidenzinformierten Entscheidungsprozess zur Auswahl, Anpassung und Umsetzung von geeigneten Maßnahmen zur Vorbeugung und Linderung von Einsamkeit und sozialer Isolation bei älteren Menschen zu gestalten. Die Umsetzung des Projekts erfolgt in einer Forschungs-Praxiskooperation mit der »Tut gut!« Gesundheitsvorsorge GmbH, die Drehscheibe für Gesundheitsförderung und Prävention in Niederösterreich ist (https://www.noetutgut.at/tut-gut/leitbild/). Dabei entspricht das Vorgehen dem der evidenzinformierten Public Health (Ciliska, Chociolko, & Shum, 2010), folgt dem transdisziplinären Modell der evidenzbasierten Praxis (Satterfield et al., 2009), den Empfehlungen des UK Medical Research Councils (UK MRC) zur Entwicklung und Evaluation komplexer Interventionen (Craig et al., 2008) und den Evidenzstandards für die Wirksamkeitsforschung in den Präventionswissenschaften (Gottfredson et al., 2015). Folglich gilt es die folgenden acht Schritte umzusetzen: (1) Die Präzisierung der Fragestellung mittels einer explorativen Suche (Döring, Bortz, & Pöschl, 2016) und Formulierung der Forschungsfrage an Hand des PICO Formats (Higgins et al., 2019). (2) Bilden einer Empfehlungsgruppe um die die Erfahrung von Praktiker/inne/n, die Bedürfnisse und Werte der Zielgruppe und die wissenschaftliche Evidenz zu berücksichtigen. (3) Eine fokussierte systematische Suche nach deutsch- und englischsprachigen evidenzbasierten Leitlinien und Evidenzsynthesen (Systematic Reviews, Overviews of Reviews, Scoping Reviews und Rapid Reviews) und eine Befragung von deutschsprachigen Expertinnen um wirksame Maßnahmen zu identifizieren. (4) Die kritische Bewertung der methodischen Qualität der Suchergebnisse. Leitlinien mittels dem AGREE II Instrument (Brouwers et al., 2010) und Evidenzsynthesen mittels AMSTAR (Shea et al., 2009). (5) Die Zusammenfassung der besten (höchste methodische Qualität) und aktuellste Evidenz (Datum der Suche). (6) Die Anpassung der ausgewählten Maßnahmen auf den lokalen Kontext in Niederösterreich (Chambers & Norton, 2016). (7) Die Unterstützung von »Tut gut!« bei der Erstellung eines Umsetzungsplans (Lavis, Robertson, Woodside, McLeod, & Abelson, 2003). (8) Die systematischen, datengestützten und nachvollziehbaren Bewertung der Umsetzung und Ergebniserreichung der ausgewählten Maßnahme(n) zum Zwecke ihrer Anpassung und abschließenden bilanzierenden Bewertung. Das Projekt wird Mitteln des Niederösterreichischen Sozial und Gesundheitsfonds umgesetzt. Literatur: Brouwers, M., Kho, M., Browman, G., Burgers, J., Cluzeau, F., Feder, G., . . . Consortium, A. N. S. (2010). Development of the AGREE II, part 2: assessment of validity of items and tools to support application. CMAJ, 182, E472 - E478. Retrieved from http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2900368/pdf/182e472.pdf Chambers, D. A., & Norton, W. E. (2016). The Adaptome: Advancing the Science of Intervention Adaptation. Am J Prev Med, 51(4 Suppl 2), S124-131. doi:10.1016/j.amepre.2016.05.011 Ciliska, D., Chociolko, C., & Shum, M. (2010). National Collaborating Centre for Methods and Tools. Evidence-informed decision-making in environmental health. Retrieved from https://hslmcmaster.libguides.com/c.php?g=441702&p=3012120 Craig, P., Dieppe, P., Macintyre, S., Michie, S., Nazareth, I., Petticrew, M., & Medical Research Counc

Details

Projektzeitraum 01.05.2020 - 31.12.2020
Fördergeber Bundesländer (inkl. deren Stiftungen und Einrichtungen)
Förderprogramm
Department

Department für Evidenzbasierte Medizin und Evaluation

Projekt­verantwortung (Donau-Universität Krems) Mag. Ludwig Grillich
Projekt­mitarbeit Dr. Angela Kaminski-Hartenthaler Irma Klerings, Dipl.KulturwissenschaftlerIn Viktoria Titscher, MSc Petra Wellemsen
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