Heimat/Literatur/Film

Tagung anlässlich des 75. Geburtstags von Peter Turrini

20.09.2019

Tagung Heimat/Literatur/Film
©
Florian Schulte

Um Heimat in Literatur und Film der 1970er Jahre ging es im Symposium „Heimat/Literatur/Film“, das Wolfgang Straub für das Archiv der Zeitgenossen konzipierte. Am 18. und 19. September 2019 trafen sich internationale Wissenschaftler anlässlich des 75. Geburtstags des Schriftstellers Peter Turrini in Krems.

Den Diskurs um den Heimatbegriff in der Literatur der 1970er Jahre in Österreich erläuterte Evelyne Polt-Heinzl in ihrem Eröffnungsvortrag und nannte als Faktoren der Perspektivenverschiebung u.a. die gesellschaftspolitische Öffnung sowie die Auflösung der Dorfwelt durch technisierte Landwirtschaft und aufkommenden Tourismus. Weitere Themen der Tagung waren Heimatkonzepte im österreichischen Film, Literaturdörfer und Außenseiter der Anti-Heimatliteratur. Zu den Vortragenden zählten u.a. Edith Blaschitz, Stefan Maurer, Fermin Suter, Helmut Neundlinger und Arno Rußegger.

Ein zentrales Werk im Heimatdiskurs stellte die Alpensaga dar, an deren Drehbuch Peter Turrini und Wilhelm Pevny mehr als sechs Jahre zusammen arbeiteten. „Die sechsteilige Fernsehserie ist ein literarisches Werk im Medium Film und war für Turrini ein Versuch, sich eine Heimat zu schaffen, die er in Kärnten nicht gefunden hatte“, so Christie Rigler, Leiterin des Archivs der Zeitgenossen und Autorin der soeben im Haymon Verlag erschienenen Biografie „Diese Komödie ist eine Tragödie. Werk und Leben des Schriftstellers Peter Turrini“.

Die Filmwissenschaftlerin Karin Moser bezeichnete die unter der Regie von Dieter Berner Ende der 1970er Jahre gedrehte Alpensaga als einen Meilenstein der Filmgeschichte: Geschichte sollte „von unten“ erzählt werden, indem bisher im Fernsehen wenig beachtete Gesellschaftsschichten in den Mittelpunkt gerückt und integriert wurden. Peter Turrini habe aber nie die Absicht gehabt, provokant zu sein, vielmehr sollte der gesellschaftspolitische Blick erweitert und Vorurteile hinterfragt werden. Zahlreiche Auszeichnungen und hohe Einschaltquoten bestätigten den Erfolg der Fernsehserie, welche die Geschichte eines österreichischen Bauerndorfes in den Jahren zwischen 1900 und 1945 exemplarisch veranschaulicht.

Die Originaldrehbücher, Treatments, Skizzen und Materialien zur „Alpensaga“ befinden sich seit 2012 im „Pevny-Turrini-Alpensaga-Archiv“ am Archiv der Zeitgenossen – Sammlung künstlerischer Vor-und Nachlässe in Krems.

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