06.09.2026

Mehr als 4.000 Archäolog_innen, Kulturerbeexpert_innen und Forschende aus aller Welt kamen Ende August in Athen zum 32nd Annual Meeting of the European Association of Archaeologists (EAA 2026) zusammen. Die Jahrestagung zählt zu den bedeutendsten internationalen Fachveranstaltungen im Bereich Archäologie und Kulturerbe und stand 2026 unter dem Leitthema „Resonant Pasts“. 
Für das Zentrum für Kulturgüterschutz nahmen Anna Kaiser und Raffaela Woller an der Konferenz teil und präsentierten gemeinsam mit internationalen Partner_innen das Interreg Danube Region-Projekt ROMAN LEGACY.

 

Wie können archäologische Forschungsergebnisse so vermittelt werden, dass sie nicht nur in wissenschaftlichen Publikationen sichtbar werden, sondern auch für Besucher_innen erlebbar sind? 
Dieser Frage widmete sich die internationale Fachsession „Transforming Data into Experience: Interdisciplinary Strategies for Sustainable Archaeological Tourism“ auf der EAA 2026. Die Session wurde von Vertreterinnen des Zentrums für Kulturgüterschutz, des Archäologischen Museums Zagreb, des Ungarischen Nationalmuseums und des Universalmuseums Joanneum organisiert. Sie brachte Expert_innen aus Forschung, Museen und Kulturerbeinstitutionen zusammen, um innovative Ansätze der Kulturerbevermittlung sowie die Rolle des kulturellen Erbes für nachhaltige Regionalentwicklung und internationale Zusammenarbeit zu diskutieren.


Die Session versammelte Beiträge aus mehreren Ländern Europas und zeigte die Vielfalt aktueller Ansätze auf, archäologische Stätten und historische Landschaften für Besucher_innen zugänglich und erlebbar zu machen. Vorgestellt wurden unter anderem Strategien zur Entwicklung nachhaltiger Besucher_inneninfrastrukturen entlang des römischen Erbes im Donauraum, digitale und partizipative Vermittlungsformate, innovative Bildungsangebote für unterschiedliche Zielgruppen sowie Ansätze zur Einbindung lokaler Gemeinschaften in die Nutzung und Präsentation archäologischer Stätten. Im Mittelpunkt standen dabei erfolgreiche Beispiele dafür, wie wissenschaftliche Forschung und archäologische Daten in attraktive Kulturerbeangebote, Besucher_innenprogramme und nachhaltige Tourismuskonzepte übersetzt werden können.
Gemeinsam verdeutlichten die Beiträge, wie Forschungsergebnisse dazu beitragen können, kulturelles Erbe nicht nur zu bewahren, sondern auch lebendig zu vermitteln und langfristig in regionalen Entwicklungsprozessen zu verankern.

EAA 2026
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Raffaela Woller

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Raffaela Woller

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Raffaela Woller

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Raffaela Woller

Besonderes Interesse galt dem Vortrag von Balázs Komoróczy, Katarína Liščáková, Pavla Růžičková und Marek Vlach vom Archäologischen Institut der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik in Brno, die Möglichkeiten zur nachhaltigen touristischen Erschließung römischer Fundlandschaften nördlich des mittleren Donaulimes vorstellten. Anhand konkreter Beispiele zeigten sie, wie archäologische Forschung in Besucher_innenzentren, Themenwege und touristische Angebote übersetzt werden kann. Dabei wurde auch die Rolle der Projekte ROMAN LEGACY und Roman Trails bei der Sichtbarmachung und Vermittlung dieser bislang wenig bekannten Fundlandschaften hervorgehoben.

In ihrem Vortrag „Science for Everyone: Transforming Academic Knowledge into Public Experience“ zeigte Szilvia Fábián vom Ungarischen Nationalmuseum, wie archäologische Forschung, naturwissenschaftliche Analysen, digitale Technologien und kreative Vermittlungsansätze zusammenwirken können, um wissenschaftliche Erkenntnisse für unterschiedliche Zielgruppen zugänglich zu machen. Anhand von Beispielen aus der Museumsarbeit veranschaulichte sie, wie interaktive Ausstellungen, digitale Rekonstruktionen, Themenrouten und Bildungsangebote dazu beitragen können, komplexes Fachwissen in attraktive Kulturerbeerlebnisse zu übersetzen und gleichzeitig nachhaltigen Kulturtourismus zu fördern.

Ein weiteres Beispiel innovativer Kulturerbevermittlung präsentierte das Poster „Playing the Roman Past: Ancient Board Games as Educational and Interpretative Tools“ von Ema Kosnica und Jacqueline Balen vom Archäologischen Museum Zagreb. Die Autorinnen zeigten, wie rekonstruierte antike Brettspiele eingesetzt werden können, um insbesondere Kindern und Jugendlichen das Alltagsleben in der Römerzeit näherzubringen. Der Beitrag machte deutlich, wie spielerische und interaktive Methoden neue Zugänge zum kulturellen Erbe schaffen und dessen Vermittlung nachhaltig bereichern können.

EAA 2026
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Ana Solter

Die Teilnahme an der EAA 2026 bot den ROMAN LEGACY Partner_innen die Möglichkeit, aktuelle Projektergebnisse einem internationalen Fachpublikum vorzustellen, Erfahrungen mit Expert_innen aus ganz Europa auszutauschen und neue Impulse für die nachhaltige Vermittlung des römischen Kulturerbes im Donauraum zu gewinnen. Gleichzeitig unterstrich die von der ROMAN LEGACY-Partnerschaft gestaltete Session, wie wichtig interdisziplinäre und grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist, um das gemeinsame römische Erbe des Donauraums langfristig sichtbar, zugänglich und erlebbar zu machen.

 

ROMAN LEGACY

Ziel des Projektes ist die Etablierung einer Kulturroute als Teil einer größeren Themenregion entlang des Donaulimes, der als gemeinsames europäisches Erbe mehrere europäische Länder verbindet und die Einreichung dieser Route zur Zertifizierung als Kulturroute des Europarates.


 

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