08.09.2026

Der Ausstieg aus der emotionalen Achterbahn: Neue Studie zum Wohlbefinden von Unternehmer_innen

Unternehmerisches Leben wird oft als emotionale Achterbahn beschrieben – geprägt von starken Schwankungen des Wohlbefindens. Eine neue Studie von Zentrumsleiterin Dr. Marisa Mühlböck, erschienen im Journal of Sustainable Business, widmet sich einer bislang wenig beachteten Dimension: dem eudaimonischen, also sinn- und werteorientierten Wohlbefinden von Unternehmer_innen und seiner Rolle für unternehmerischen Erfolg und Resilienz.

 Auf Basis von Fokusgruppeninterviews mit 30 Unternehmer:innen zeigt die qualitative Studie, dass eudaimonisches Wohlbefinden wie eine Deutungsebene wirkt: ein Raum, in dem emotionale und kognitive Erfahrungen erst ihre tiefere Bedeutung erhalten. Zentrale Wohlbefindensdimensionen erweisen sich dabei als zweischneidig – sie stiften Erfüllung, machen Unternehmer:innen aber zugleich verletzlich gegenüber kontext- und branchenspezifischen Belastungen. Diese entstehen nicht nur durch Arbeitspensum und äußeren Druck, sondern auch durch moralische Dilemmata, zerbrechende Beziehungen und ein Auseinanderdriften von persönlichen Werten und unternehmerischem Alltag.

Ein zentrales Ergebnis der Studie: Krisen und Herausforderungen lösen kurzfristig Stress aus, können aber – durch Bewusstwerdung, Reflexion und externe Unterstützung – langfristig Wachstum fördern. Verantwortungsvolle Führung, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Wirkung wirken dabei doppelt: als Motivationsquelle und zugleich als Belastungsfaktor. Auf Basis dieser Muster entwickelt die Studie eine Typologie unternehmerischen Wohlbefindens, die unterschiedliche Stärken und Verletzlichkeiten sichtbar macht und als Grundlage für passgenaue Unterstützungsangebote dienen kann.

 Die Ergebnisse liefern damit wichtige Impulse für Politik und unternehmerische Ökosysteme, die gesundes, resilientes und sinnorientiertes Unternehmertum fördern wollen.

Abstract

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