09.03.2026

Wellbeing als Schlüssel für ganzheitliche Nachhaltigkeit

Warum ein neues Nachhaltigkeitsnarrativ die Wirtschaft wiederbeleben kann: Dr. Marisa Mühlböck ist Mitautorin des aktuellen Whitepapers des D-A-CH Verbands CSR Manager:innen e.V.

Unter dem Titel „Die Nachhaltigkeit ist tot. Es lebe die Nachhaltigkeit!" hat der D-A-CH Verband CSR Manager:innen e.V. ein Whitepaper veröffentlicht, das sich bewusst gegen die ideologische Entweder-oder-Debatte zwischen wirtschaftlichem Erfolg und Nachhaltigkeit stellt. Acht Autor:innen aus Wissenschaft und Praxis zeigen darin, wie sich Ökonomie, Ökologie und Soziales konstruktiv miteinander verbinden lassen – von einem neuen unternehmerischen Mindset über die Zukunftsrolle von CSR-Manager_innen in der Twin Transformation bis hin zu hybrider Intelligenz, sozialer Nachhaltigkeit und transdisziplinärer ethischer Verantwortung.

Den Kapitelbeitrag „Wellbeing als Schlüssel für ganzheitliche Nachhaltigkeit" (S. 20ff) steuerte Dr. Marisa Mühlböck, Leiterin des Zentrums für Unternehmerische Nachhaltigkeit an der Universität für Weiterbildung Krems, bei. Sie argumentiert, dass ein wirklich ganzheitliches Nachhaltigkeitskonzept nicht allein von äußeren regulatorischen Rahmenbedingungen abhängen darf, sondern das individuelle Wellbeing des Menschen mitgedacht werden muss. Ausgangspunkt ist die Unterscheidung zwischen kurzfristigem Bedürfnisglück und einem langfristigen Erfüllungsglück. Dieser Zustand stärkt nicht nur das persönliche Wohlbefinden, sondern auch nachhaltigeres, verantwortungsvolleres unternehmerisches Handeln.

Untermauert wird dieser Zusammenhang mit Ergebnissen aus Mühlböcks aktueller Forschung: Eine österreichische Studie unter 1.000 Unternehmer:innen zeigt, dass mehr als die Hälfte Kolleg_innen kennt, die unter gesundheitsschädlichem Stress leiden, und ein Viertel von Burnout-Fällen im eigenen Umfeld berichtet. Für Unternehmen, die dauerhaft auf ganzheitliche Nachhaltigkeit setzen wollen, seien deshalb körperlich und mental gesunde Unternehmer- und Führungspersönlichkeiten eine Grundvoraussetzung. Der Beitrag skizziert zudem, welche Bedingungen es braucht, damit Wellbeing und unternehmerischer Erfolg zusammenfinden: ein Mindset, dass die Vielfalt individueller Wellbeing-Prioritäten als Ressource statt als Problem begreift, eine kontextsensible Betrachtung je nach Unternehmensgröße und -phase sowie interne Prozesse, die diese Heterogenität ermöglichen.

Das vollständige Whitepaper „Die Nachhaltigkeit ist tot. Es lebe die Nachhaltigkeit! Wie ein neues Nachhaltigkeitsnarrativ hilft, die Wirtschaft wiederzubeleben" (V1.0, Januar 2026) steht auf der Website des CSR-Verbands zum Download bereit.

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