Die Vermittlung demokratischer Kompetenzen unter den Bedingungen von Social Media, Künstlicher Intelligenz und wachsender Desinformation stand im Zentrum der Tagung „Demokratie lehren, lernen, leben. Politische Bildung im digitalen Zeitalter“. Rund 160 Teilnehmende, darunter etwa 120 Pädagoginnen und Pädagogen, kamen dazu im Arbeitnehmer:innenzentrum St. Pölten zusammen.
Die Veranstaltung wurde von der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Niederösterreich gemeinsam mit der Universität für Weiterbildung Krems und der Arbeiterkammer Niederösterreich organisiert und bot eine Plattform für Austausch, Reflexion und praxisnahe Impulse zur Weiterentwicklung politischer Bildung.
Politische Bildung als gesellschaftlicher Auftrag
AK Niederösterreich-Präsident Markus Wieser plädierte in seinem Eröffnungsstatement dafür, politische Bildung stärker im Bildungssystem zu verankern: Schule und Arbeitswelt müssten gleichermaßen Orte demokratischer Mitbestimmung sein.
Bundesminister Christoph Wiederkehr betonte: „Politische Bildung und Demokratiebildung sind Grundpfeiler einer starken und zukunftsfähigen Gesellschaft in einem lebendigen Europa.“ Lehrpersonen würden durch ihr Engagement Lernräume schaffen, in denen Demokratie aktiv erlebt und verstanden werden könne.
Bildungsarbeit dort, „wo es wehtut“
Einen wissenschaftlichen Impuls setzte der Politikwissenschafter Univ.-Prof. Dr. Peter Filzmaier. Er hob in seiner Keynote hervor: „Politische Bildungsarbeit in der Mediendemokratie darf nicht ständig im eigenen Saft der ohnehin demokratiebewussten ‚friends and follower‘ schmoren, sondern muss viel mehr auch dorthin gehen, wo es weh tut.“
Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Stefan Oppl, Vizerektor der Universität für Weiterbildung Krems, unterstrich die Bedeutung von Dialog und Offenheit: „Demokratie lebt von Dialogbereitschaft und dem Ausgleich gegensätzlicher Interessen. Der konstruktive Umgang mit Widersprüchen setzt Offenheit von allen Seiten voraus.“
Austausch und Vernetzung für die Praxis
Für die Kirchliche Pädagogische Hochschule Wien/Niederösterreich betonte Vizerektorin Jennifer Jakob, MA MSc PhD, die Bedeutung solcher Formate: Demokratiebildung brauche professionelle Räume für Austausch, Reflexion und Weiterentwicklung. Ziel sei es, Lehrkräfte nachhaltig zu stärken, demokratische Werte im Schulalltag sichtbar und erlebbar zu machen.
Neben den inhaltlichen Beiträgen bot auch die Tagung Raum für Vernetzung und Austausch. Workshop-Runden vertieften unterschiedliche Aspekte politischer Bildung im digitalen Zeitalter, Informationsstände ermöglichten Einblicke in aktuelle Initiativen der Demokratie- und Medienbildung.
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