Das Verständnis von Sucht von MigrantInnen in Österreich und Implikationen für die Präventionsarbeit

Beschreibung

Präventionsarbeit ist übergeordnet an die allgemeine Bevölkerung gerichtet, einer sehr breiten und heterogenen Zielgruppe, die über Maßnahmen, wie entsprechende Vorträge, Programme zur Förderung der Lebenskompetenzen, Arbeitsplatzmaßnahmen, Informationsmaterialien etc. erreicht werden sollen. Segmente der Präventionsarbeit zielen auf unterschiedliche Risikogruppen, hierzu gehören Personen, die bereits einen hohen Konsum bzw. riskanten Umgang mit Suchtmitteln haben, Personen die straffällig geworden sind, ökonomisch und/oder sozial benachteiligt werden, psychische Probleme haben u.a. von Trauma betroffen sind als auch ethnische und weitere Minderheiten einer Gesellschaft. Es handelt sich immer um ein multikausales Set an Zusammenhängen. Solche Faktoren stehen in einem dynamischen Zusammenspiel und unterscheiden sich bei Mitgliedern der Mehrheitsgesellschaft und MigrantInnen nicht. Allerdings sind MigrantInnen in höherem Ausmaß von den genannten Punkten betroffen. Die besondere Gefährdung von MigrantInnen für Suchterkrankungen ergeben sich durch unterschiedlichen Aspekte, die in direkter Beziehung zur Migrationserfahrung stehen und verstärkend auf suchtbegünstigende Faktoren wirken können. Dazu gehören das eigentliche Migrationserlebnis, kritische Lebensereignisse, schwierige Re-Sozialisierungs- bzw. Integrationsprozesse, unsichere finanzielle Lebenslagen, unsicherer Aufenthaltsstatus etc. MigrantInnen, allerdings mit starken Unterschieden zwischen Personen mit unterschiedlichen Herkunftsländern, Migrationsgeschichte, stellen somit eine wesentliche Zielgruppe von Präventionsarbeit dar. Inwiefern allerdings gehen österreichische Konzepte der Präventionsarbeit mit dem Verständnis und der Wahrnehmung von Sucht und abhängigen Personen der verschiedenen MigrantInnen-Gruppen einher und sprechen diese daher auch auf gewünschte Weise an? Das Verständnis von Sucht kann außerdem zentral für die Früherkennung sein und eine Chronifizierung von Abhängigkeit verhindern. Ob Präventionsmaßnahmen den möglichen Bedarf dieser Zielgruppen und auch Risikogruppen entsprechen und außerdem Maßnahmen in der bestehenden Präventionsarbeit angepasst werden sollten, sind Fragestellungen die Begleiterscheinungen einer zunehmend heterogenen Gesellschaft darstellen und im Zentrum dieses Projektes stehen.

Details

Projektzeitraum 01.01.2014 - 30.04.2015
Fördergeber Unternehmen
Förderprogramm PHARMIG
Department

Department für Migration und Globalisierung

Zentrum für Migration, Integration und Sicherheit

Projekt­verantwortung (Donau-Universität Krems) Univ.-Prof. Mag. Dr. Gudrun Biffl
Projekt­mitarbeit Mag. Dr. Anna Faustmann Mag. Dr. Lydia Theresia Rössl Mag. Mag. Manfred Zentner

Publikationen

Biffl, G.; Rössl, L. (Hg.) (2015). Suchtverhalten & Migration. Zur Praxis der Präventionsarbeit in Österreich. omninum, Bad Vöslau

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