11.05.2018

Bei einer Weiterbildungsbeteiligung der Bevölkerung von 14,4 % in Österreich liegt die Inskriptionsquote in Universitätslehrgängen anteilig geschätzt bei unter 0,5 %. (Statistik Austria 2017) Angesichts dieser geringen Zahlen verortet Univ.-Prof. Dr. phil. habil. Monika Kil bei einem Vortrag anlässlich der Denkwerkstatt St. Lambrecht dringenden Handlungsbedarf. Denn Weiterbildung ist nicht nur aus betriebs- und volkswirtschaftlicher Sicht, sondern auch gesamtgesellschaftlich ein wesentlicher Faktor für die Bewältigung gegenwärtiger und zukünftiger Herausforderungen.

Seit mehreren Jahren bietet die Denkwerkstatt St. Lambrecht eine Plattform, um aktuelle Herausforderungen der Zukunftssicherung, der Altersvorsorge und weitere Aspekte der sozialen Sicherheit in Österreich zu diskutieren. Auch dieses Jahr trafen sich in diesem Sinne vom 24. bis zum 26. April ExpertInnen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft im Benediktinerstift St. Lambrecht. Unter dem Leitmotiv „Struktur – Strukturbrüche. Leben in Veränderungen“ standen dabei zentrale gesellschaftspolitische und ökonomische Fragen wie die Auswirkungen der Digitalisierung, die Zukunft der Arbeit, der demographische Wandel und unterschiedliche bildungspolitische Themen im Mittelpunkt der Debatte.

Warum wir Weiterbildung brauchen
Unter dem Titel „Warum brauchen wir (universitäre) Weiterbildung(-sforschung)?“ skizzierte Univ.-Prof. Dr. phil. habil. Monika Kil, Universitätsprofessorin für Weiterbildungsforschung und Bildungsmanagement an der Donau-Universität Krems, im Rahmen der Veranstaltung die unterschiedlichen Bedeutungsebenen des Lebenslangen Lernens. Angesichts der wachsenden Anforderungen einer sich dynamisch verändernden Arbeitswelt ist die Bedeutung der Weiterbildung aus betriebs- und volkswirtschaftlicher Sicht evident. Monika Kil verwies in ihrem Vortrag jedoch auch auf den gesamtgesellschaftlichen und individuellen Nutzen des Lebenslangen Lernens: Dazu zählen exemplarisch die positiven gesundheitlichen Auswirkungen von Bildung, die persönliche Entwicklung und die Förderung der sozialen Inklusion.

Handlungsfelder
Aus diesen Befunden leitete Monika Kil zwei wesentliche Handlungsfelder ab: Erstens benötigt es eine Stärkung der Weiterbildungsforschung, die sich mit den vielschichtigen Phänomenen des Lebenslangen Lernens wissenschaftlich auseinandersetzt. Fragen der zukunftsweisenden Erwerbsintegration durch Höherqualifizierung, der Nachqualifizierung aufgrund technologischer Veränderungen, der Bearbeitung von Generationenkonflikten mittels intergenerationeller Studien, der Erhöhung von vertikaler und horizontaler Durchlässigkeit und der Auswirkungen der Biografie auf die Bildungskarriere sind dabei nur einige zentrale Themen, die einer intensiven empirischen Forschung bedürfen.
Als zweite wesentliche Schlussfolgerung ihrer Ausführungen plädiert Monika Kil für deutlich höhere Investitionen in den Weiterbildungsbereich. „In einer alternden Gesellschaft sind positive gesundheitliche Folgen von Weiterbildung von Bedeutung, denn bereits kleine Effekte können große gesundheitsökonomische Auswirkungen erzielen“, so die Leiterin des Departments für Weiterbildungsforschung und Bildungsmanagement an der Donau-Universität Krems.

Statistik Austria (2017): Bildung in Zahlen 2015/16. Schlüsselindikatoren und Analysen. Wien.

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