Der Gebäudebestand entscheidet wesentlich mit, ob Österreich seine Energie- und Klimaziele erreicht, saniert wird bisher aber nur zögerlich. Mit dem Bedarf an Sanierungen wächst auch der Bedarf an Fachleuten, die Projekte über Disziplingrenzen hinweg planen und umsetzen. Das Department für Bauen und Umwelt an der Universität für Weiterbildung Krems qualifiziert sie im Certificate Program „Gebäudesanierung – Strategien für klimaneutrale Bestandsgebäude".
In Österreich stehen mehr als 2,4 Millionen Gebäude. Fast drei Viertel davon wurden vor 1980 errichtet und weisen einen entsprechend hohen Sanierungsbedarf auf. Wie dieser Bestand weiterentwickelt wird, entscheidet über das Erreichen der Energie- und Klimaziele, aber ebenso über leistbaren Wohnraum, die Entwicklung der Heiz- und Kühlkosten und den sparsamen Umgang mit Boden.
Das Tempo bleibt dennoch gering: Auch vonseiten des Fachverbands der Stein- und keramischen Industrie der Wirtschaftskammer Österreich wurde zuletzt im August 2026 vor einer Sanierungsrate von unter einem Prozent gewarnt. Einzelmaßnahmen wie der bloße Tausch des Heizsystems reichen dabei nicht aus.
Sanierung braucht mehr als Technik
Bestehende Gebäude müssen in größerem Umfang saniert, weiterentwickelt und neu genutzt werden. Mit einem maßgeschneiderten Certificate Program vermittelt das Department für Bauen und Umwelt an der Universität für Weiterbildung Krems berufsbegleitend jene ganzheitliche Sanierungskompetenz, die dafür zunehmend gefragt ist.
„Gebäudesanierung heißt Klimaschutz, heißt Ressourceneffizienz, heißt baukulturelle Verantwortung. Erfolgreiche Sanierungsprojekte brauchen deshalb mehr als einzelne technische Lösungen“, erklärt Gregor Radinger, wissenschaftlicher Leiter des Certificate Programs. „Rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen müssen ebenso berücksichtigt werden wie die Qualität des Bestands und die Bedürfnisse der Menschen, die ein Gebäude nutzen.“ Neben Gebäudehülle und Haustechnik seien auch Finanzierung, Nutzung und die frühzeitige Einbindung aller Beteiligten entscheidend.
Wissen aus sechs Fachbereichen, letztmalig vergünstigt
Das Certificate Program verbindet Inhalte aus Architektur, Ingenieurwesen, Energieberatung, Recht und Steuern, Finanzierung sowie Kommunikation. Es qualifiziert Fachkräfte, die Sanierungen ganzheitlich planen und komplexe Prozesse steuern können. Die Weiterbildung richtet sich an Fachleute aus Planung, Bau, Immobilienwirtschaft, Facility Management und Energieberatung, an Gebäudeverantwortliche in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen sowie an motivierte Quereinsteiger_innen.
Der nächste Durchgang des Kurzprogramms beginnt am 28. Oktober 2026 und umfasst 24 ECTS-Punkte. Im Rahmen des EU-geförderten Projekts AchieVE-ZEB ist die Teilnahme heuer zum letzten Mal zum reduzierten Beitrag von 3.500 Euro statt regulär 6.900 Euro möglich. Anmeldeschluss ist der 15. Oktober 2026.
Rückfragen
Tags