Beschreibung

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Hintergrund und Problemstellung

Seit Beginn der 1990er Jahre ist ein stetiger Anstieg der globalen Mitteltemperaturen zu verzeichnen, was bereits jetzt zu einer signifikanten Erhöhung des Gebäudekühlenergiebedarfs führt. Bis zum Ende des 21. Jahrhunderts ist, gerade in unseren Breitengraden, von einer deutlichen Zunahme der Kühlgradtage auszugehen. Gerade im alpinen Bereich werden zunehmend mehr Tropennächte und Hitzetage verzeichnet (Böhm et.al (2009): HISTALP).

Dies wirkt sich vor allem in städtischen Bereichen aufgrund des hohen Versiegelungs- und Verdichtungsgrades auf den Sommerkomfort in Innen- als auch in Außenräumen aus. Mit steigender Tendenz werden Wohnungen deshalb im Nachhinein mit Klimageräten ausgestattet. Zusätzlich zum hohen Energieverbrauch handelt es sich dabei zum größten Teil um Split-Klimageräte, die mit ihrer Abwärme das mikroklimatische Problem der Umgebung nochmals verstärken.

 

Forschungsansatz

Aufgrund ihrer langen Nutzungsdauer müssen Gebäude besonders anpassungs- und zukunftsfähig konzipiert werden und sich in heutigen gemäßigten Klimazonen bereits jetzt verstärkt dem Kühlfall gewidmet werden. Hinsichtlich der zu betrachtenden Klimaszenarien (2030, 2050) soll das Potenzial passiver Maßnahmen im vorliegenden Projekt für unterschiedliche Wohngebäude aufgezeigt und mit Beispielen hinterlegt werden. Der Fokus des Projekts liegt im Bereich des Geschoßwohnbaus, wobei für die Studie verbreitete Wohngebäudetypologien aus Salzburg und Niederösterreich herangezogen werden. Erst in einem nächsten Schritt ist zu untersuchen, wie eine möglich verbleibende Kühllast unter Verwendung passiver Kühlmaßnahmen weiter reduziert, sofern dies nicht ausreichend möglich ist, durch marktübliche und energieeffiziente Technologien gedeckt werden kann. Grundlage für die Berechnung stellt eine Status-Quo Erhebung unterschiedlicher vorhandener, als auch in Entwicklung befindlicher Lösungsansätze dar.

 

Angestrebte Ergebnisse

Auf Basis der Berechnungsergebnisse wird sowohl ein Werkzeug für die Planung als auch für die Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung entwickelt. Die zu entwickelnde Planungsgrundlage zeigt das Potenzial geeigneter Kühlstrategien auf und bewertet deren Wirksamkeit und Nachhaltigkeit im Hinblick auf vorherrschende Klimaszenarien. Darüber hinaus werden die Ergebnisse des Projektes dem im Sommer 2019 gestarteten internationalen IEA EBC Annex 80 zur Verfügung gestellt und leisten einen Beitrag zum Subtask A zur Bewertung belastbarer Kühllösungen für das alpine und mitteleuropäische Klima (operating agent: DI Dr. Peter Holzer, Institute of Building Research & Innovation).

 

Forschungsziele

Erstellen einer Planungsgrundlage für die Potenzialerhebung klimagerechter Architektur und Maßnahmen sowie der Diskussions- und Entscheidungsgrundlage passiver und aktiver Kühlstrategien im mehrgeschoßigen Wohnungsbau und Aufzeigen von Entwicklungsmöglichkeiten und Handlungsfeldern im Themenbereich Gebäudekühlung.

 

Sommerlicher Wärmeschutz in Österreich

Der sommerlicher Wärmeschutz ist in der OIB Richtline 6 geregelt. Grundlage ist das Normenpaket der ÖNORM B8110, in dem unter anderem die Grundlagen, Nachweisverfahren und Parameter definiert sind.

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