EIN VERBORGENES NETZWERKZU GAST BEI ALOIS VOGEL VON 1953 BIS 1966

17.09.2019

Ab 3.9.2019 ist in der Landesbibliothek St. Pölten eine Ausstellung zu sehen, die ein bislang wenig bekanntes Kapitel österreichischer Literaturgeschichte der Nachkriegszeit anhand einer erst vor kurzem aufgefundenen Sammlung von Objekten aufzeigt. Hinterlassen hat diese der Schriftsteller und Grafiker Alois Vogel (1922-2005), seit den 1950er Jahren einer der einflussreichsten und gleichwohl bescheidensten „Netzwerker“ des Kunst- und Literaturbetriebs in Wien und Niederösterreich. In einer Zeit, in der die Möglichkeiten für öffentliche Artikulation zeitgenössischer Literatur noch rar waren, organisierte er in seiner Wiener Wohnung monatliche Dienstags-Lesungen, bei denen sich etablierte und junge, konservative und progressive Stimmen der österreichischen Literatur trafen. 

In Alois Vogels Haus in Pulkau fand sich eine kleine Archivbox mit 124 grafisch gestalteten, zu einem großen Teil bebilderten Einladungen, die sein Nachlassverwalter Helmut Peschina im Oktober 2017 dem Archiv der Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur im Literaturhaus Wien übergab. Mit den in dieser Ausstellung erstmals gezeigten Kärtchen, Flyern und Zetteln, die Alois Vogel selbst illustriert und eigenhändig ,vervielfältigtʻ hat, lud er zwischen Oktober 1953 und Juni 1966 einmal im Monat zu überwiegend literarischen Abenden ein.

Als ,Gesamttextʻ gelesen ergeben sie das Bild einer bislang unbekannten Initiative zur Selbstorganisation im Literaturbetrieb der bleiernen Zeit vor dem kulturpolitischen Aufbruch Ende der 1960er Jahre. Und sie geben neue Einblicke in den Karrierebeginn heute bekannter Autorinnen und Autoren.

Die Ausstellung der Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur im Literaturhaus Wien wurde für die Präsentation in St. Pölten um eine Reihe von Objekten erweitert. Helmut Neundlinger vom Zentrum für Museale Sammlungswissenschaften zeigt zusätzlich eine Auswahl aus dem Archiv des von Alois Vogel 1971 mitbegründeten Literaturkreises Podium, das sich in der Dokumentationsstelle für Literatur in NÖ. befindet.

 

Eröffnung: Dienstag, 3. September 2019, 17 Uhr

Ausstellungsdauer: 4. September bis 14. November 2019

Ort: Ausstellungsraum der NÖ Landesbibliothek

3109 St. Pölten, Regierungsbezirk 3

Öffnungszeiten: Mo, Mi – Fr: 8.30 bis 16 Uhr, Di: 8.30 bis 18 Uhr

 

Konzept: Evelyne Polt-Heinzl

Mitarbeit: Astrid Wallner

Erweiterung: Helmut Neundlinger

Grafik und Gestaltung: Gerhard Spring

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