Ich möchte noch einmal irgendwo fremd sein. Ilse Helbich – Schreiben im Gegenwartszustand

04.11.2019

Neue Publikation zur Autorin Ilse Helbich von Mitarbeitern des Zentrums für Museale Sammlungswissenschaften

2017 wurde der Vorlass der österreichischen Autorin Ilse Helbich vom Land Niederösterreich erworben. Ausgehend von diesen Materialien haben Helmut Neundlinger und Fermin Suter, Wissenschafter an der Donau-Universität Krems, ein lebendiges Werk- und Lebensporträt der Autorin geschaffen.

Der Vorlass der 1923 geborenen Autorin Ilse Helbich wurde 2017 von der Kulturabteilung des Landes Niederösterreich erworben. Helmut Neundlinger war im Rahmen der Kooperation der Landessammlungen mit dem Zentrum für Museale Sammlungswissenschaften (Department für Kunst- und Kulturwissenschaften) an der Donau-Universität Krems mit der Aufarbeitung und Erfassung von Ilse Helbichs Archiv betraut, das neben Materialien zu ihren literarischen Publikationen wertvolle Dokumente, Manuskripte und Entwürfe zu ihren Arbeiten für Fernsehen, Radio und nicht zuletzt fürs literarische Zeitungsfeuilleton seit den 1970er Jahren umfasst.

Die Autorin Ilse Helbich
Bekannt geworden war Ilse Helbich mit ihrem autobiographischen Roman Schwalbenschrift, der 2003 erschien und auf eindringliche Weise von der ebenso langsamen wie nachhaltigen Emanzipation aus einem pflichtgeprägten Frauenleben im großbürgerlichen Milieu erzählt. Sie war bereits über 60, als sie ihre Familie in Wien verließ und sich ein Haus in Schönberg am Kamp kaufte, um es nach ihren Vorstellungen und Bedürfnissen zu gestalten. Und sie war fast 80, als ihr erster Roman veröffentlicht wurde. Mit insgesamt sieben weiteren Büchern hat sich Helbich den Status einer literarischen Expertin des existenziellen „Zwischenlands“ des hohen Alters erschrieben – mit einer Sprache, die so kraftvoll und präzise formuliert ist, wie es derzeit nur wenige andere Autoren vermögen.

Die Publikation
Als Herausgeber der Publikation Ich möchte noch einmal irgendwo fremd sein. Ilse Helbich – Schreiben im Gegenwartszustand (Literaturedition Niederösterreich, St. Pölten 2019) haben Helmut Neundlinger und Fermin Suter diesen Impuls aufgenommen und ein höchst lebendiges Werk- und Lebensporträt gestaltet, dessen Kern eine Auswahl aus dem feuilletonistischen Werk sowie den frühen Erzählungen Ilse Helbich bildet. Ergänzt wurde die Sammlung mit den wichtigsten Interviews, Kritiken und Essays zu ihren Büchern sowie Originalbeiträgen, die eine Brücke schlagen zwischen dem Schreiben und dem Leben einer Autorin, deren tiefergehende Rezeption erst begonnen hat. In diesem Sinn liefert die Publikation ein erstes Resümee des späten, dafür umso nachdrücklicheren Auftauchens einer singulären literarischen Stimme in der zeitgenössischen Literatur.

Die Herausgeber
Helmut Neundlinger (geb. 1973) und Fermin Suter (geb. 1984) sind wissenschaftliche Mitarbeiter am Zentrum für Museale Sammlungswissenschaften im Bereich Literatur. Sie beschäftigen sich mit Vor- und Nachlässen von Autorinnen und Autoren mit biographischem Bezug zu Niederösterreich und gestalten Publikationen zu und aus ihren Forschungen.

Link zum Buch
https://www.literaturedition-noe.at/publikationen/469-ich-moechte-noch-einmal-irgendwo-fremd-sein


Buchpräsentationstermine

14.11.2019, 19:30 Uhr Literaturhaus NÖ, Steiner Landstraße 3, 3504 Stein/Krems

https://literaturhausnö.at/veranstaltungen/2019_moechtenoch.php
Soirée: "Ich möchte noch einmal irgendwo fremd sein"
Martina Spitzer liest aus Ilse Helbichs Texten
Musik: World-Music-Ensemble Abado & Co. (Marwan Abado und Helmut Neundlinger)
Moderation: Helmut Neundlinger und Fermin Suter

4.12.2019, 19 Uhr Österreichische Gesellschaft für Literatur, Herrengasse 5, 1010 Wien

Martina Spitzer liest aus Ilse Helbichs Texten
Gespräch mit Ilse Helbichs Lektor Rainer Götz und der Autorin und Publizistin Ursula Baatz
Moderation: Fermin Suter

Rückfragen:
Dr. Helmut Neundlinger
Donau-Universität Krems
Zentrum für Museale Sammlungswissenschaften
Tel. +43 2742 9005-15945
Mail helmut.neundlinger@donau-uni.ac.at

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