15.06.2021

Online-Vortrag

Von Dirk Schuster, Mitarbeiter des Zentrums für Museale Sammlungswissenschaften

Glänzende Karrieren. Die Institutsmitarbeiter im Nationalsozialismus und nach 1945

 

Die Botschaft Gottes – die ‚entjudete‘ Bibel des Instituts, 1940 veröffentlicht.1939 gründeten 11 protestantische Landeskirchen, unter ihnen die Evangelische Landeskirche Österreich, das antisemitische Institut zur Erforschung und Beseitigung des jüdischen Einflusses auf das deutsche kirchliche Leben. Über 200 Mitarbeiter waren ehrenamtlich für das „Entjudungsinstitut“ tätig – ein Engagement, das ihren Karrieren nach 1945 nicht schadete. Stattdessen arbeiteten viele von ihnen als Theologen, Religionshistoriker oder Ägyptologen erfolgreich weiter und bekleideten hohe Positionen. Während einige wenige mit den vorherigen Tätigkeiten und der Programmatik des Instituts brachen und ihre Arbeit selbstkritisch reflektierten, machten die meisten weiter wie bisher. Die Sprache änderte sich, die Verachtung von Jüdinnen und Juden aber blieb. So prägten sie mit ihrem Antisemitismus unter anderem zahlreiche angehende Pfarrer*innen und Lehrer*innen sowie auch öffentliche Diskurse.

 

In der Niederösterreichischen Landesbibliothek finden sich diverse Publikationen des Instituts sowie von dessen Protagonisten aus der Zeit ab 1932. Gelten die Hauptarbeiten des Instituts in der Zwischenzeit als gut erforscht, sind viele Aktivitäten bis dato völlig unbekannt, unter anderen die Aktivitäten des Instituts in Österreich, allen voran in Niederösterreich.

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