Beschreibung

In den letzten Jahren nahm Online-Shopping rasant zu. Aktuell wird dieser Trend zusätzlich durch die Covid-19-Pandemie befeuert und sollte laut vielen Experten*innenerwartungen auch zukünftig ungebremst fortschreiten. Als Folge dessen, verzeichnete der E-Commerce im B2C-Bereich im Jahr 2021 einen Rekordumsatz von 9,6 Milliarden Euro (Handelsverband Österreich 2021a) und einen Rekordwert von 76,5 Millionen zugestellter Pakte im ersten Quartal des Jahres 2021 (Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH 2021). Die Paketflut geht jedoch mit den vielen negativen Folgewirkungen einer rasch wachsenden Güterverkehrsleistung im KEP-Bereich einher, die sich in Staus, Lärmbelastung, Luftverschmutzung und einer abnehmenden Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum manifestieren. Viele Studienautor*innen kommen zum Schluss, dass Online-Einkäufe meist nur unter optimalen Rahmenbedingungen (z. B. Forcierung von Sammelbestellungen, nachhaltiger Transportmittel und Vermeidung von Retoursendungen und Same-day-Deliveries) eine bessere Ökobilanz aufweisen als der Einkauf im stationären Einzelhandel. Hingegen stellen gegenwärtig häufige Mehrfachzustellungen, klimaschädliche und gering ausgelastete Transportmittel und vor allem Rücksendungen, welche im Bekleidungssektor bis zu 47 % betragen (Handelsverband Österreich 2021), zentrale Probleme dar. Zudem haben die Endkonsument*innen in Online-Shops vielfach keine oder nur sehr begrenzte Be- und Zustelloptionen, um einen nachhaltigen Beitrag zu leisten, wobei bereits viele Kund*innen von Unternehmen erwarten in diesem Sinne nachhaltig zu agieren (EHI Retail Institute 2021). An dieser Stelle setzt der präventive und kund*innenorientierte Ansatz des Forschungsprojektes „Green eCommerce“ an. So werden die bestehenden Online-Shops der beteiligten Praxispartner um innovative Add-Ons erweitert, welche auf verhaltens- und technologiebasierten Interventionen fußen. Mit Hilfe einer einzigartigen Kombination aus einem gamifizierten Loyality-System, das Nutzer*innen bei hoher Compliance beispielsweise belohnt, persuasiven Designprinzipien, die sich durch visuelles Hervorheben von regionalen Produkten mit kurzen Lieferwegen oder Sammelbestellungen auszeichnen sowie AI-gestützten Fitting-Tools und Chat-Bots, welche automatisch Kleidergrößen messen und auf umweltschonende Lieferoptionen hinweisen, werden Kund*innen animiert, bewusster - im Sinne eines nachhaltigeren Güterverkehrs - einzukaufen. Durch Einbindung der Praxispartner “Julius Meinl am Graben”, “Das Gramm”, “Kauft Regional” sowie “Zerum” können die entwickelten Add-Ons im Realbetrieb für unterschiedliche Zielsetzungen, Zielgruppen und unterschiedliche Produktgruppen, die einen starken Effekt auf die Be- und Zustellung haben, praxisnah erprobt werden. Zusätzlich wird durch die Anbindung innovativer Logistikdienstleistung von NME der gesamte Prozess zwischen Online-Händler*innen - Online-Konsument*in - KEP-Dienstleister*innen analysierbar. Das Projekt generiert wertvolle Erkenntnisse über die Eignung innovativer Interventionsformen, Online-Kund*innen für einen nachhaltigen Warentransport - im Sinne einer Verkehrsvermeidung, -verlagerung und -optimierung - zu sensibilisieren und zu motivieren.

Details

Projektzeitraum 01.03.2022 - 29.02.2024
Fördergeber FFG
Förderprogramm
Department

Department für Kunst- und Kulturwissenschaften

Zentrum für Angewandte Spieleforschung

Projekt­verantwortung (Universität für Weiterbildung Krems) Mag. Thomas Wernbacher, MSc MA
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