Bernd Vojanec: Win-Win für Arbeitnehmer und –geber

Die Digitalisierung führt zu massiven Veränderungen am Arbeitsmarkt und eröffnet vielfältige Karrierechancen, denn um die Herausforderungen der Digitalisierung meistern zu können, brauchen Unternehmen hochqualifizierte MitarbeiterInnen. Das gilt insbesondere für Industrie 4.0 Unternehmen. Bernd Vojanec, Mitarbeiter im Bereich Smart Products und data-driven Services der WITTENSTEIN SE, hat sich Im Rahmen seiner Master-Thesis mit Standarisierungsfragen im Kontext von Industrie 4.0 Technologien beschäftigt. In Zusammenarbeit mit seinem Arbeitgeber hat er ein entsprechendes Vorgehens-modell entwickelt. Im Gespräch verrät er, was es damit auf sich hat und was er sonst noch von seinem berufsbegleitenden Studium mitgenommen hat.

18.11.2018

Womit haben Sie sich in Ihrer Abschlussarbeit beschäftigt?
Ich habe mich mit der Frage beschäftigt, wie und unter welchen Voraussetzungen das Referenzarchitekturmodell Industrie 4.0 (RAMI4.0) in Unternehmen angewendet werden kann. Das ist aktuell nicht ausreichend untersucht. Die Plattform Industrie 4.0 hat bereits im April 2015 RAMI4.0 veröffentlicht. Hersteller von Industrie 4.0-Produkten stehen aber nun vor der Herausforderung, dieses Modell für die gezielte Weiterentwicklung der eigenen Produkte zu nutzen. Die Allgemeinheit des Modelles erlaubt allerdings keine direkte praktische Anwendung, sondern macht eine produkt- und unternehmensspezifische Anpassung notwendig. In Kooperation mit meinem Unternehmen habe ich ein Vorgehensmodell entwickelt, das gleich mehrere Ziele verfolgt: Die Ableitung von Handlungsfeldern und Maßnahmen, die Identifikation innerbetrieblicher Implikationen und die Förderung des Praxistransfers der Standardisierungsarbeiten im Maschinen- und Anlagenbau. So leistet das Modell nicht nur innerbetrieblich einen wichtigen Beitrag, sondern auch in der Entwicklung branchenweiter Standards und so letztlich zur Verwirklichung von Industrie 4.0 Technologien allgemein.

Wie hat sich Ihre berufliche Situation durch das Studium verändert?
Da hat sich gleich zu Beginn des Studiums einiges getan: Ich war Projektleiter in der IT-Abteilung und bin dann in das Digitalisierungs-Center gewechselt. Das hat sich von den thematischen Schwerpunkten einfach sehr gut mit den Inhalten des Studiums ergänzt. Vom Studium selber habe ich viele neue Impulse erhalten und konnte viele Dinge mitnehmen, die für meinen beruflichen Alltag unmittelbar relevant sind, etwa wie man in der schnelllebigen Digitalisierung tragfähige Zielbilder und Roadmaps entwickelt. Im Studium und in den Gesprächen mit den Studienkollegen lernt man auch andere Zugänge zu Digitalisierung kennen. In einem Industrie 4.0 Unternehmen, wie das in dem ich tätig bin, gibt es einfach einen anderen Blick darauf als in Telekommunikations- oder Beratungsunternehmen. Das ist aber wiederum für meine Firma eine sehr wertvolle Perspektive und hilft mir selbst dabei, meine Arbeit gut zu erledigen. Und natürlich ist man durch das Studium auch noch einmal persönlich gewachsen.

Welche Erfahrung haben Sie besonders gut im Gedächtnis, wenn Sie an Ihr Studium denken?
Das gesamte Mindset in meiner Studiengruppe hat mir sehr imponiert. Dass man an Themen auch nach der Vorlesung noch dranbleibt, auch nach der Einheit darüber spricht und sich am Wochenende bei den Projektarbeiten am Telefon weiter austauscht. Es hat zu jedem Zeitpunkt eine produktive Arbeitsatmosphäre vorgeherrscht. Das war für mich auch ein wichtiger Erfolgsfaktor, um alle Herausforderungen während des Studiums bewältigen zu können.

Wie haben Sie Beruf und Studium vereinen können?
Ich habe mich bereits im Vorfeld mit meinem Arbeitgeber abgestimmt. Ich habe Bildungszeit in Anspruch genommen, den Urlaub für das Studium aufgewendet und angehäufte Überstunden abgebaut. Bei meiner Abschlussarbeit habe ich ein Thema gewählt, das unmittelbare Relevanz für meinen Arbeitgeber besitzt und konnte so bereits während der Arbeitszeit einiges für diese erledigen.  Ansonsten habe ich mir zwei bis drei Abende pro Woche und den Samstag freigehalten, um für das Studium zu lernen und um an Studienprojekten zu arbeiten. Wenn man da einmal reingefunden hat, geht es eigentlich ganz gut.

Wie sind Sie auf die Donau-Universität aufmerksam geworden?
Es gibt eine Kooperation mit dem Zentrum für Weiterbildung der IHK Heilbronn Franken. Ich habe dort eine Ausbildung zum Fachinformatiker und anschließend zum IT-Projektleiter gemacht. Einer meiner Dozenten hat mich auf die Kooperation mit der Donau-Universität Krems und die Möglichkeit eines weiterführenden, berufsbegleitenden Studiums aufmerksam gemacht. Ich habe mich dann bei Bekannten über den Studiengang erkundigt. Neben deren Empfehlungen hat für mich der Umstand, an einer staatlichen Universität einen Abschluss zu machen, den Ausschlag gegeben. Bei vielen privaten Unis weiß man nicht, was der Abschluss wert ist. Beim Department für E-Governance konnte ich mir aufgrund der Akkreditierung aber sicher sein, dass er Gewicht hat und auch international zählt.

Wie haben Sie Ihre Zeit in Krems erlebt?
Die Präsenzphasen waren immer speziell. Zuerst bereitet man sich einen Monat lang zuhause vor und dann kommt man nach Krems, wo man dann wirklich den Kopf frei hat für das Studium. Am Campus herrscht eine sehr angenehme und konzentrierte Atmosphäre. Wenn man dann abends auch einmal ein bisschen länger zusammensitzt, dann ist der beruflich Alltag recht weit weg. Gerade im Sommer ist es besonders schön in Krems zu sein und mit den anderen Studierenden den Tag ausklingen zu lassen.

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