Dr. Wolfgang Ritzberger

Dr. Wolfgang Ritzberger, MBA ist als Director im Bereich Management Consulting des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens KPMG tätig und schwerpunktmäßig mit der Beratung von Industriekunden im Energiesektor und von Technologieunternehmen beschäftigt. Dabei liegt sein Fokus auf der Strategie- und Organisationsentwicklung sowie HR Management, Shared Services und PMI.
Im Lehrgang Management und IT ist Dr. Ritzberger Vortragender der Lehrveranstaltung Transformations- und Change Management.

16.08.2018

1. Innovation, Transformation und Disruption sind Schlagwörter geworden, denen wir mit zunehmender Digitalisierung in unserer Arbeitswelt immer häufiger begegnen. Welche Herausforderungen und Chancen sehen Sie als Management Consultant in diesem Zusammenhang für Organisationen und deren MitarbeiterInnen?
Die Herausforderungen sind vielfältig – das Identifizieren der für das jeweilige Geschäfts- und Betriebsmodell am besten geeigneten Technologien, Erkennen von Möglichkeiten, die neue Technologien bieten, für die Mitarbeiter Mithalten mit dem technologischen Fortschritt und Verstehen, welche Auswirkung dieser auf die individuelle Arbeitsumgebung hat, bis hin zum Bewältigen der von außen hereingetragenen „disruptiven“ Veränderungen. Aber selbst eine disruptive Veränderung kann einem Unternehmen einen signifikanten Wettbewerbsvorteil verschaffen, sofern die Organisation darauf vorbereitet ist und den Veränderungsprozess als Chance und nicht als Bedrohung sieht.

2. Warum ist Change Management z.B. zur Unterstützung bei technologischen Veränderungen so wichtig?
Während vom Markt verursachte oder vom Management initiierte Veränderungen noch von den meisten Mitarbeitern nachvollzogen werden, sind technologiebasierte disruptive Veränderungen für viele nicht mehr erklärbar, die Angst vor dem Unbekannten überwiegt. Dazu kommt, dass technologische Veränderungen zumeist eine grundlegende Veränderung der alltäglichen Arbeitsumwelt bedeuten, im schlimmsten Fall den Job redundant machen. Um Mitarbeiter durch diese Veränderungsprozesse zu begleiten, ist Change Management besonders wichtig.

3.Welche Trends und Entwicklungen spielen hier derzeit eine zentrale Rolle?
Die bereits angesprochene Digitalisierung und die Möglichkeit aus der Analyse großer Datenmengen bisher nicht offensichtliche Erkenntnisse zu gewinnen, haben viele Unternehmensfunktionen grundlegend verändert und werden das weiterhin tun.

4. Welche Positionen, Verantwortungsgebiete, aber auch Organisationen sind hiervon besonders betroffen?
Neben den offensichtlichen Unternehmensprozessen wie Vertrieb (v.a. B2C) oder Produktion und Logistik sind es zunehmend Gebiete wie HR, in denen etwa analytische Ansätze wie „People Analytics“ oder „Evidence based HR“ neue Einblicke in mitarbeiterbezogene Trends ermöglichen und damit eine deutliche Erhöhung der Wertschöpfung dieser Funktionen erlauben.

5. An der Donau-Universität Krems lehren Sie am Department für E-Governance in Wirtschaft und Verwaltung. Welchen Beitrag leistet Ihrer Meinung nach das Studienangebot mit Schwerpunkt Management und IT?
Es bietet eine praxisnahe Erweiterung des herkömmlichen Erfahrungshintergrundes von IT-Professionals um eine Management-Komponente und erleichtert IT-Experten sowohl den Wechsel in Managementaufgaben bzw. hilft es ihnen, Managementprozesse besser zu verstehen und zu unterstützen.

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