Phönix-Preisträger des Lehrgangs Fire Safety Management 2016/2018

12.10.2018

Höhepunkt der Graduierungsfeier des Lehrganges Fire Safety Management im Stift Göttweig war die Verleihung des Phönix-Preises für die beste Master-Thesis.

Die Firma Siemens, der Hauptsponsor dieses Lehrganges, stellt diesen Preis in jedem Lehrgang für die beste Master-Thesis zur Verfügung: der Phönix, auch als Feuervogel bekannt, steht in einem bedeutungsvollen Zusammenhang mit dem Element Feuer. Er zählt zu den universellen Symbolen für Auferstehung und Wiedergeburt, aber auch Glück und Treue und wird im Lehrgang Fire Safety Management für die beste Master-Thesis, die aus dem Lehrgang innerhalb der vorgegebenen Zeitschiene hervorgeht, verliehen. Zur Auswahl stehen dabei die mit einem „Sehr gut“ benoteten Arbeiten

Preisträger 2018 ist Herr Manuel SENN, MSc mit seiner Master Thesis „Barrierefreier Brandschutz in Beherbungsbetrieben in Österreich - Persönliche Bedürfnisse mobilitätseingeschränkter Personen“. Überreicht wurde die Auszeichnung bei der Abschlussfeier durch Herrn Omar AL-KARAGOLY, BSc, PMP in seiner Funktion als Leiter des Projektmanagements der Firma Siemens AG Österreich. Betreuer der Arbeit ist Herr Ing. Thomas GREUTER, MSc, Bezirksfeuerwehrinspektor für den Bezirk Landeck, Tirol.

Kurzfassung der Arbeit „Barrierefreier Brandschutz in Beherbungsbetrieben in Österreich - Persönliche Bedürfnisse mobilitätseingeschränkter Personen“:

Seit 01.01.2016 ist, durch das Enden der Übergangsfrist des Behindertengleichstellungsgesetzes, das Schaffen von barrierefreien Zimmern bei Neu- und Umbauten von Beherbergungsbetrieben verpflichtend, wobei das Baurecht in Österreich nicht im Bundesgesetz, sondern in den jeweiligen Landesgesetzen der einzelnen Bundesländer geregelt ist. Hierdurch ergeben sich nicht nur bundeslandspezifische Differenzen, ab wann barrierefreie Gästezimmer geschaffen werden müssen, sondern auch, ob und ab wann auf diese bei Umbauten aufgrund eines zu hohen finanziellen Aufwandes verzichtet werden kann.

Bezugnehmend auf die Tatsache, dass in Österreich rund 15 % der Bevölkerung dauerhafte mittlere bis schwerwiegende Beeinträchtigungen in ihrer Sehfähigkeit, Hörfähigkeit oder Beweglichkeit haben, ist dies bereits ein Grund, das Thema mit der nötigen Sorgfalt zu behandeln und in zukünftige Richtlinien zu integrieren. In Hinblick auf die demografische Entwicklung Österreichs sowie die Prognosen der Statistik Austria bis zum Jahr 2100 wird deutlich, dass die Bevölkerung immer älter wird und der Anteil der über 65-Jährigen innerhalb der Gesamtbevölkerung signifikant ansteigen wird. Ebenso belegbar (z.B. durch Studien wie beispielsweise die Mikrozensus Studie 2015 der Statistik Austria) ist, dass mit zunehmendem Alter, bedingt durch Verschleißerscheinungen, vermehrt mit dem Auftreten von motorischen und sensorischen, Einschränkungen zu rechnen ist. Bei Personen über dem 60. Lebensjahr steigt die Anzahl derer, die motorische oder sensorische Beeinträchtigungen aufweisen, bedeutend. Somit ist auch dies ein Grund dafür, warum die Thematik der Barrierefreiheit im Brandfall in Zukunft immer wichtiger werden wird.

Vor diesem Hintergrund ist die aktuelle Problemlage, mit der sich die Arbeit auseinandersetzt, die Erforschung der Frage: „Müssen Brandschutzmaßnahmen in österreichischen Beherbergungsbetrieben an mobilitätseingeschränkte Personen angepasst werden?“ Den Schwerpunkt der Untersuchung bilden eine quantitative Befragung von Betroffenen und qualitative, strukturierte Interviews mit Vertretern von Interessenverbänden in Österreich.

Die Ergebnisse der Arbeit ergeben klar, dass es generell an der Sensibilisierung und am Bewusstsein innerhalb der Bevölkerung in puncto Barrierefreiheit mangelt. Gleichzeitig wird der Begriff barrierefrei im öffentlichen Verständnis oftmals nur mit rollstuhlgerecht assoziiert. Jedoch setzt barrierefreies Bauen weit mehr voraus als lediglich Anpassungen an Rollstuhlfahrende. Es müssen sämtliche Arten von Einschränkungen berücksichtigt werden. Die Tatsache, dass dies oft nicht der Fall ist, zeigt eine mangelnde Sensibilisierung der Öffentlichkeit auf. Die fehlende Sensibilisierung kann zum Teil als Ursache dafür angesehen werden, dass die im Bereich der Fachplanung anzusiedelnde Situation der Barrierefreiheit im Brandfall bislang noch nicht ausreichend geregelt wurde. Auch ist die Problematik der breiten Öffentlichkeit sowie einem Großteil der Gewebetreibenden im Fachbereich Gastgewerbe und Hotellerie nicht ausreichend bewusst. Hier besteht der erste große Handlungsbedarf, noch vor der eigentlichen Konkretisierung und Setzung von möglichen Maßnahmen.

Die derzeitige Situation in Österreich ist sowohl in Hinsicht auf die Rechtskonformität mit dem Hauptaugenmerk auf die UN-Konvention zum „Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“ als auch aus ethischer und moralischer Sicht nicht ausreichend bedacht und geregelt. Sie stellt eine Gefahr für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen dar, da weder die Alarmierung noch die Flucht, sei es eigenständig oder mit fremder Hilfe, geregelt sind und somit nicht gewährleistet werden können.

Der barrierefreie Brandschutz sollte daher in zukünftige Richtlinien integriert werden, schon alleine aufgrund der Anzahl der betroffenen Personen, die in den nächsten Jahren zweifellos ansteigen wird, sofern keine Heilungsmöglichkeiten für entsprechende Beeinträchtigungen gefunden werden

Impressionen Phönix-Preisträger 2018

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