Nichts zu sehen? Topografien vergessener Orte

Eine  Bundesstraße mit langgezogener Kurve, auf der drei verlassene Arbeitsgeräte ruhen. Ein Gerstenfeld am Waldrand.  Von Natur überwucherte Mauerreste.  Ein alltägliches, unaufgeregtes Bild eröffnet sich dem Betrachter/der Betrachterin.

Nichts Bemerkenswertes ist auf den ersten Blick zu sehen. Bei genauerem Hinschauen finden sich auf manchen Fotografien Hinweise auf eine andere Funktion, die dieser so unspektakulär wirkenden Landschaft einmal innewohnte. Nicht wertend, nicht anklagend zeigen die Bilder das, was heute ist und bergen Hinweise auf das, was einmal war, hier in Gneixendorf bei Krems, wo sich im Zweiten Weltkrieg das größte Kriegsgefangenenlager auf dem Gebiet des heutigen Österreich befand.

Karin Böhm, Ausbildung für künstlerische Fotografie, Master of Arts in Bildwissenschaft, arbeitet an einer fotografischen Vermessung „unsichtbarer Lager“.

Fotografien: Copyright Karin Böhm

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