29.06.2021

Dass Karin Steiner an einigen Bildungseinrichtungen gelernt hat, verschiedene Berufswelten erkundet, aber auch Länder der Welt bereist und bearbeitet hat, kommt ihr heute bei der Betreuung von Studierenden zugute. „Man trifft in jeder Arbeitswelt neue Leute, Aufgaben und Räume, die man erkennt, wenn sie einem erneut begegnen. Bei den einfach erscheinenden Tätigkeiten, habe ich stets am meisten über mich selbst gelernt“, erklärt die 41-Jährige. Sie stand wochenends hinter der Budel einer Bäckerei, war im Account- und Projektmanagement bei Kapsch, Kulturvermittlerin im Stift Göttweig, im Supply Chain-Management von Unilever Austria, in der Innovationsberatung für KMU aber auch im Kunsthandel tätig. Sie wollte immer viele Dinge gleichzeitig machen und so studierte sie nach der Matura Internationale Betriebswirtschaft an der WU Wien und besuchte parallel ein HTL-Kolleg für Hochbau: „Das war für mich oft intensiv, aber freudvoll. Nur die Anderen fanden das ungewöhnlich“, lacht sie. Zehn Jahre später folgte berufsbegleitend Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagement an der FH IMC Krems.

 

Branchenweise Digitalisierung

Im Februar 2018 wechselte Steiner als wissenschaftliche Mitarbeiterin ans Zentrum für E-Governance der Donau-Universität Krems. Ihre Themen sind Digitale Transformation in der Verwaltung, kreative Online-Prozesse, der Aufbau digitaler Kompetenzen und als persönliches Steckenpferd: Nachhaltigkeit in der Digitalisierung. Die Chancen sieht sie hier neben dem verringerten Energieverbrauch für Server vor allem in Prozessen, die neu gedacht und damit effizient und zielgerichtet weiterentwickelt werden. Das „neu“ Denken steht auch im Mittelpunkt der TIN.Academy, in deren Rahmen seit 2020 mehrere virtuelle, kreative Workshops stattgefunden haben. TIN steht für Transdisziplinäres Innovationsnetzwerk Niederösterreich, wobei hier Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam Lösungen für die digitale Transformation entwickeln. So wird vermieden, dass aneinander vorbeigeredet und bereits vorhandenes Wissen nicht angezapft wird: „Die erste Phase der hier eingesetzten Design-Thinking-Methode ist nutzer_innenorientiert. Es geht darum zu verstehen, wem ich helfen will und was hinter dem Problem steckt, das ich lösen will“, erklärt die wissenschaftliche Mitarbeiterin. 2020 wurde Gesundheit und Digitalisierung zum Thema gemacht, 2021 arbeiten in der TIN-Academy kreative junge Erwachsene in Workshops zu KMU mit einem Fokus auf den Einzelhandel und Digitalisierung.

Karin Steiner freut sich, „dass das kreative Arbeiten in Teams online zu hervorragenden Ergebnissen geführt hat. Wir haben hier viel dazugelernt und nützliche Tools erprobt“. Bei TIN sollen Ideen so weit entwickelt werden, dass sie als Pilotprojekt umgesetzt werden können. Einige werden 2021 noch angegangen. Das grundlegende Problem besteht für Karin Steiner darin, „dass es viel Angebot gibt, dieses aber bei manchen Menschen gar nicht ankommt. Bei TIN entwickeln wir Ideen, wie man diese Lücke schließt“. Etwa einen täglichen einfachen Fragebogen für Pflegepersonal, dem so Gehör geschenkt wird und das Verbesserungen unkompliziert anstoßen kann. Oder ein digitaler Impfpass mit Erinnerungsfunktion für junge Menschen. Auch eine Box, die an KMU im Einzelhandel verschickt wird, die noch keine Webseite oder Social Media Auftritt haben, wurde erdacht. Darin werden spielerisch erste Schritte aus der Zettelwirtschaft heraus angeleitet mit Infos zu Förderungen und Umsetzungspartner_innen.

Ihre ersten Berührungspunkte zu E-Government waren wohl Finanz Online und die Handy Signatur. Als jemand, der gerne viel ausprobiert, treibt sie die Frage um, welche Kompetenzen Anwender_innen eigentlich wirklich brauchen, um teilzuhaben: „Die Digitale Transformation passiert. Man kann sich nicht mehr entscheiden, ob man sie will oder nicht. Unsere Aufgabe ist es, sie so zu gestalten, dass Lösungen für jede und jeden nutzbar sind. Es braucht Barrierefreiheit und einfache, nutzer_innenfreundliche, nachhaltige Systeme. Das geht noch besser.“

 

Beratung im Heimatbundesland

Nach 20 Jahren in Wien kehrte sie in ihren Heimatort zurück und schätzt an der Donau-Universität Krems „das aufgeschlossene und angenehme Arbeitsumfeld am gesamten Campus und die offene akademische Welt an sich. Mit unseren Studierenden kommen spannende Menschen aus verschiedenen Bereichen zu uns herein“. Als Dienstleisterin für die Studierenden bietet die Universität für Weiterbildung eine lebendige Wissensvermittlung, engmaschige Betreuung, eine Vielfalt fachspezifischer Themen und etliche Gelegenheiten, die Zusammenhänge der Digitalisierung zu verstehen, zu diskutieren und sich einzubringen.

Neben der TIN.Academy begleitet und berät Karin Steiner das Land Niederösterreich bei der Digitalisierungsstrategie und bringt internationale Technologietrends wie die Weiterentwicklung von Landwirtschaft im Klimawandel, digitale regionale Entwicklung und Kreislaufwirtschaft in die Debatten ein.

In ihrer Freizeit erfreut sie sich mit ihrer Familie an schönen Dingen in der Umgebung. Sie ist Stammkundin der Niederösterreich-Card und, wie man sich denken kann, schon recht weit mit dem Erkunden von neuen Ausflugs- und Wanderzielen.

Steckbrief

Steckbrief Karin Steiner

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