Ein Kommentar von Andreas Krauter
Als wesentliche Grundlage der ÖGK, strategisch notwendige Entscheidungen für die medizinische, evidenzbasierte Versorgung der Bevölkerung zu treffen, dienen Partnerschaften, die beratend für diese Entscheidungen zur Seite stehen.
Die ÖGK steht in der Öffentlichkeit regelmäßig in der Kritik, Medikamente und Therapien zu bewilligen oder abzulehnen, ohne dass hier die dahinterstehenden Algorithmen und Vorgaben bekannt sind. Mittels KI und Dr. Google informieren sich Versicherte über neueste Entwicklungen in der Medizin, ohne dass hier tatsächlich dahinter eine valide Bewertung inklusive einer Kostenbeurteilung steht. Das führt dazu, dass an unsere Vertragspartner zunehmend Therapiewünsche gerichtet werden, die nicht in Grundlagen der medizinischen Wissenschaft eingebettet sind und nicht erfüllt werden können.
Für die ÖGK bedeutet das, in die Rolle des Ablehnenden zu kommen, der die Wünsche aus Sparsamkeit nicht erfüllt und keine moderne Therapie anbietet.
Um in dieser Welt der neuen Entwicklungen und steigenden Forderungen den Überblick zu behalten und die richtigen Entscheidungen treffen zu können, braucht es Einrichtungen wie die Universität für Weiterbildung Krems mit dem Department für Evidenzbasierte Medizin und Evaluation unter der Leitung von Prof. Gartlehner, das die ÖGK in ihren medizinischen Entscheidungen zur Sicherstellung einer evidenzbasierten Versorgung und strategischen Ausrichtung berät.
Die ÖGK evaluiert gemeinsam mit Forschungseinrichtungen aktuell medizinische Entwicklungen und die Möglichkeit der Umsetzung für die Versicherten.
Der gemeinsame Blick in die Zukunft der medizinischen Versorgung vor allem mit Fokus auf die zunehmende Bedeutung und den Einsatz der KI stellt eine große Herausforderung für die strategischen Entscheidungen des Unternehmens dar. Die Ergebnisse von Wissenschaft und Forschung sind die Grundlage unserer zukünftigen Angebote.
Methoden der Versorgung, die früher zeitgemäß und wissenschaftlich fundiert waren, sind heute immer schneller überholt und müssen aus dem Versorgungskatalog genommen werden, was zu Diskussionen und Irritationen bei Leistungserbringern führt. Die Entscheidungsgrundlagen hierfür werden uns von wissenschaftlichen Einrichtungen geliefert.
Die Diskussion zu Health literacy, zu Prävention und einem gesunden Lebensstil, die heute unter unterschiedlichen Gesichtspunkten in der Bevölkerung und bei Expertinnen und Experten geführt wird, bedarf einer sinnvollen Lenkung und einer verständlichen Sprache, damit jeder und jede Einzelne persönlich die richtigen Entscheidungen für ein gesundes, langes und erfülltes Leben treffen kann.
“Choosing Wisely” und „Medizin transparent“ bilden die Grundlage für beide Gruppen, richtige Entscheidungen dafür treffen zu können und verständliche Informationen einzuholen.
So ist die Universität für Weiterbildungen in Krems für die ÖGK ein wichtiger Partner, um gemeinsam in die Zukunft der medizinischen Versorgung zu gehen.
ANDREAS KRAUTER
Dr. Andreas Krauer ist Leitender Arzt der ÖGK, Mitglied des Obersten Sanitätsrat, Facharzt für Innere Medizin, ehemals Ärztlicher Direktor und Geschäftsführer in der Vinzens Gruppe und Regionalmanager der Niederösterreichischen Landeskliniken Holding.
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